Meine Frage an alle Vergewaltigungsopfer

Wie würdest du es finden wenn man die öffentliche Aufmerksamkeit endlich auch in Deutschland auf die Opfer und die Vergewaltigung bzw. deren Zustandekommen selbst richten würde anstatt sich in endlosen Debatten über die Schuldfrage und juristischen Debatten zu verlieren?

Was das angeht, finde ich dass die Briten als gutes Beispiel voran gegangen sind. Dort wird schon seit Jahren immer wieder (auch ohne dass es einen konkreten Anlass unter den Promis gegeben haben muss) offen mit den sensibelsten Aspekten des Themas umgegangen. Und zwar nicht nur auf der rein objektivierbaren Ebene.

 

 

Das Schlimme an der Vergewaltigungsdebatte die momentan in Deutschland stattfindet ist, dass es zu keinem Zeitpunkt um die Opfer geht. Es geht um Gesetzestexte, um Hobbyjuristen, die sich profilieren wollen, um Feministen, die aus der frauenfeindlichen Gesellschaftsordnung und den sexistischen Gerichten, irgendwelche Forderungen ableiten, um dann sagen zu können: „jetzt haben wir aber was tolles geschafft“ um sich selbst auf die Schulter zu klopfen, und es geht um Politiker, die sich vermeintlich für Frauenrechte einsetzen um das Thema für ihre Beliebtheit zu instrumentalisieren.
Ich habe viele Artikel gelesen über das aktuelle Thema sexueller Missbrauch. Da geht es um alles mögliche. Nur nie um die Opfer und das was sie empfinden. Es kommt auch jeder der sich auf eine wie auch immer geartete Weise wichtig tun will, zu Wort. Nur die wirklichen Opfer nicht.

Und da muss ich jetzt mal etwas kritisieren, was mich an der Art und Weise wie dieses Thema in der Öffentlichkeit behandelt wird, schon lange stört. Es gibt nämlich zwei voneinander vollkommen verschiedene Art und Weisen wie man mit den Menschen, die vergewaltigt wurden oder es behaupten, umgehen sollte.

Natürlich gibt es die juristische Herangehensweise im Rahmen des Strafprozesses. Dort gilt prinzipiell die Unschuldsvermutung. Das bedeutet, dass vor Gericht so lange von der Unschuld des Täters auszugehen ist bis bewiesen wurde, dass er tatsächlich diese Tat begangen hat.

Es gibt aber nirgends die Pflicht dass man gegenüber den Vergewaltigungsopfer oder auch jenen, die behaupten vergewaltigt worden zu sein (also solche Fälle wo die Täter aus welchen Gründen auch immer nicht angezeigt oder verurteilt wurden, sodass es rein juristisch keine Vergewaltigung ist), prinzipiell davon ausgeht dass sie lügen. Das ist genau der Fehler. Man darf nicht im Umgang mit diesen Menschen die strafrechtlichen Prinzipien anwenden. Ich finde man sollte jemandem, der eine Vergewaltigung berichtet, erst einmal glauben und davon ausgehen dass es nicht gelogen ist.

Ein Gedanke zu „Meine Frage an alle Vergewaltigungsopfer

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