Antisocial Businesses – social sponging als Erfolgskonzept

Der Begriff des „social sponging“ ist bislang wenig bekannt. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet er soviel wie „soziale Schmarotzerei“ und beschreibt im Grunde das Konzept, mit gesellschaftsschädlichen, vor allem aber auch gesetzwidrigen Aktivitäten Gewinne zu erwirtschaften. Dafür greifen antisocial Entrepreneurs auf Mittel zurück, mit denen der Staat derartige gemeinschaftsschädigende Unternehmungen fördert. Klingt zunächst einmal zugegebenermaßen etwas komisch. Was genau man darunter zu verstehen hat, werde ich im – sich anschließenden Text – zu erklären versuchen.

Die Bezeichnung leitet sich von der des „social business“ ab. Als Pionier dieses Konzeptes, das auf dem Gedanken basiert, mit einem Unternehmen das Ziel zu verfolgen, gesellschaftliche Probleme wirtschaftlich zu lösen, erhielt ihr Erfinder, Muhammad Yunus 2006 einen Friedensnobelpreis.

Während insbesondere im angloamerikanischen Raum immer häufiger von solchen Unternehmen zu lesen ist, werden die mediale Auseinandersetzung mit diesem Themenkomplex hierzulande von Berichten dominiert, in denen eher gegenteilig orientierte Konzepte (sprich: Gewinn durch gesellschaftsschädliches Verhalten) zum Einkommenserwerb dargestellt werden.

Ein konkretes Beispiel: systematisierte Scheinvaterschaften. Dabei handelt es sich um deutsche Staatsangehörige – häufig handelt es sich dabei um Sozialhilfeempfänger – die gegen ein Entgelt die Vaterschaft ungeborener Kinder von schwangeren Ausländerinnen anerkennen. Dadurch wird diesen Kindern gemäß deutschen Rechts die deutsche Staatsbürgerschaft zuteil und ihren Mütter wird Asyl gewährt. Da die Väter als Sozialhilfeempfänger ihr Einkommen durch den Staat zur Verfügung gestellt bekommen, sind sie auch nicht unterhaltspflichtig und müssen keine finanziellen Nachteile befürchten. Im Gegenteil. Dadurch, dass die alleinerziehenden Mütter für ein Kind zu sorgen haben, sind diese gezwungen selbst ein Einkommen zu generieren um für ihre Familie sorgen zu können. Da dies auf dem klassischen Arbeitsmarkt, mangels ausreichender Sprachkenntnisse und fehlender Ausbildung kurzfristig häufig nicht möglich ist, sind diese für eine Beschäftigung in der Prostitution zunehmend empfänglich. Der Scheinvater erhält neben den Zuschüssen durch den Sozialstaat und der Vergütung durch die Mutter, bei gutem Verhandlungsgeschick, auch eine Gewinnbeteiligung an den Einnahmen, die sich aus der Prostitution ergeben.

Natürlich müssen die Personen, die durch diese Ausbeutung Geld verdienen eine höchst ausgeprägte, antisoziale Persönlichkeitsstörung aufweisen. Natürlich handelt es sich dabei um eine zutiefst asoziale Praxis.

Das Schlimmste daran jedoch: Dieses Geschäftsmodell ist genial. Diejenigen, die es entwickelten, haben damit ein beachtenswertes Innovations- und Kreativitätspotenzial bewiesen. Genau das Potenzial, das man als Unternehmensgründer benötigt um eine Idee konkurrenzfähig umzusetzen. Und angesichts der Tatsache, dass dieses Potenzial offenkundig selbst bei Erwerbslosen vorhanden ist, erscheint es umso paradoxer, dass in Deutschland die Zahlen der Unternehmensneugründungen – im internationalen Vergleich – so niederschmetternd sind. Immerhin hat sich bezugnehmend auf die Deutsche Unternehmenslandschaft nicht grundlos die metaphorische Umschreibung „Gründer-Wüste“ durchgesetzt.

Die Hürden für eine Unternehmensgründung sind zu hoch. Die Aussichten zu gering. Die bürokratischen Hinternisse zu groß. Ganz anders bei diesem Geschäftsmodell. Es ist steuerfrei. Erfordert kaum Eigenkapital. Und vor allem ist das Einzige, was daran illegal ist der Umstand, dass die Scheinväter fälschlicherweise bei den Behörden als Zeuger gemeldet sind. Dies ist allerdings schwer nachzuweisen, da durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes entschieden worden war, dass es den Behörden nicht zusteht eine Überprüfung der Vaterschaft zu fordern. Nicht einmal im Zweifelsfall.

Dem Staat stehen also auch überhaupt keine Instrumente zur Verfügung, mit denen er gegen die Umsetzung dieses Konzeptes vorgehen könnte. Vermutlich ist es insofern eher dem Zufall, gepaart mit herausragendem journalistischen Talent, zuzuschreiben, dass RBB auf dieses „Betrugskartell“ aufmerksam geworden ist, gegen das die Politik jetzt allerdings machtlos ist. Tatsächlich muss man diesen Betrügern allerdings sogar noch zugute halten, dass sie nicht selbst die Frauen geschwängert hatten um auch das letzte Restrisiko (in diesem Fall wäre es nämlich nicht mal eine Straftat gewesen) zu eliminieren.

Irrsinniger Weise wäre das nämlich sogar, aus wirtschaftlicher Perspektive eine absolut rationale Vorgehensweise gewesen.

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