Über Alexander Körbel

2012 - 2017 Studium der Humanmedizin | Seit 2017 Studium Philosophie & Ethnologie | CMO bei Körbel Service GmbH

Die biologischen Mechanismen der sexuellen Selektion

Neben der ungerichteten und zufällig stattfindenden Rekombination und Mutation, die in den meisten Fällen negative Folgen für das Folgeindividuum hat, gibt es auch gerichtete Selektionsformen, wie die natürliche Selektion.

Natürliche Selektion: Unter natürlicher Selektion versteht man generell dass die Träger bestimmter Genotypen einen größeren Fortpflanzungserfolg haben als andere. Die natürliche Selektion ist daher gerichtet, da sie nicht zufällig wirkt, sondern ganz gezielt darauf hin wirkt, dass die insgesamt besser angepassten Individuen, durch die höhere Gesamtfitness an den Selektionsdruck, höhere Fortpflanzungserfolge und damit die Möglichkeit haben, ihre Gene und somit ihre Merkmale zahlreicher zu an die nächste Generation weiterzugeben (da ja 50% der eigenen Gene in den Nachkommen enthalten sind).

Ursprünge der Theorie der sexuellen Selektion: Die Theorie der sexuellen Selektion geht auf Charles Darwin zurück und sollte ein Lösungsansatz für das Problem darstellen, dass in vielen Fällen die sekundären Geschlechtsmerkmale von Männchen sich von denen der Weibchen unterschieden (Sexualdimorphismus).

Er konnte sich mithilfe der natürlichen Selektion nicht erklären, wie dies zustande gekommen sein konnte. Denn im Grunde ging man davon aus, dass sich Merkmale nur dann durchsetzen wenn sie dem Trägerindividuum eine bessere Anpassung an die Umwelt ermöglichen als andere Merkmale. Und wenn man davon ausgeht, dass Merkmale deshalb entstehen weil sie ihrem Träger einen Überlebens- und Fortpflanzungsvorteil verschaffen, stellt sich die Frage weshalb nicht Männchen und Weibchen dieselben Merkmale aufweisen. Bei vielen Merkmale (sogenannte sekundäre Geschlechtsmerkmale, also Geschlechtsorgane, die nicht direkt an der Fortpflanzung beteiligt sind; z.B. weibliche Brust oder Gesichtsbehaarung beim Menschen) war es nämlich so, dass sie keine bessere Angepasstheit an die Umwelt mit sich brachten, in manchen Fällen (z.B. dem auffällig roten Bauch von Stichlingsmännchen, der ihn

gegenüber Fressfeinden sehr auffällig macht) ist es sogar so dass die sekundären Geschlechtsmerkmale ein Handicap für ihren Träger darstellen, ihm also sogar einen Nachteil bringen.

Er entwickelte daher zur Lösung des Problems die Theorie der sexuellen Selektion (ein wichtiger Sonderfall der natürlichen Selektion). Ein Teil dieser Theorie war, dass zwischen den Individuen einer Population Konkurrenz innerhalb einer Population (intraspezifische Konkurrenz) um den Zugang zu Individuen des jeweils anderen Geschlechtes existiert. Es besteht also ein Kampf von Individuen desselben Geschlechts um eine begrenzte Zahl Geschlechtspartner. Und dabei würden bestimmte Merkmale einen Vorteil bringen. So kann beispielsweise ein kampfkräftiges Gorilla-Männchen das Weibchen gegenüber Rivalen besser beschützen und somit mehr Nachkommen zeugen als ein weniger kampfkräftiges. Darüber hinaus vermutete Darwin, dass in der Folge der weiblichen Partnerwahl nur diejenigen Männchen einen Vorteil in der Konkurrenz um Weibchen hätten, die „ästhetischer“ sind. Belegen konnte er diese Theorien allerdings nicht nachhaltig.

Diese Ansätze Darwins, mit denen er versuchte diejenigen Erscheinungen zu erklären, die er sich mit der herkömmlichen natürlichen Selektion nicht erklären konnte, wurden von anderen Biologen aufgegriffen und weiterentwickelt.

Indikator- und „Sexy Son“-Hypothese: Ein weiterer Erklärungsansatz basierte auf der Annahme, dass diese sekundären Geschlechtsmerkmale, die keine Verbesserung der Angepasstheit an Umweltfaktoren mit sich brachten, als Indikator für gute Erbanlagen fungierten. Das heißt: Pfauen mit besonders prächtigem Gefieder zeugen besonders kräftige und gesunde Nachkommen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit der Nachkommen ist also höher und die Fortpflanzung effektiver. Dies wurde später von der englischen Biologin Marion Petrie bestätigt. Ihren Forschungen zufolge haben Pfauen-Weibchen, die sich mit besonders prächtigen Männchen paaren in der Tat mehr überlebende Nachkommen als solche, die mit weniger ansehnlichen Männchen Nachkommen zeugten.

Außerdem entwickelte sich eine zweite mögliche Hypothese, die aus diesen Überlegungen gefolgert wurde, und als „Sexy-Son“-Hypothese bezeichnet wird. Danach bevorzugen Vogelweibchen stets jene Männchen, die ein prächtigeres aber zugleich auch unpraktischeres Gefieder haben weil diese Merkmale an die Nachkommen vererbt werden, und diesen wiederum höhere Fortpflanzungschancen gewähren. Nach dieser Theorie würden Vogelweibchen polygyne Männchen (also Männchen, die sich mit mehreren Weibchen paaren) mit prächtigem Gefieder selbst dann bevorzugen wenn diese sich an der Aufzucht der Jungen nicht beteiligen (Beispiel hierfür sind die Starweibchen, deren Paarungsverhalten mit diesem Ansatz erklärt werden kann). Sie ziehen diese selbst solchen Partnern vor, die monogam leben und mit denen sie mehr Nachwuchs zeugen könnten. Der Vorteil besteht eben darin, dass die Nachkommen mit dem prächtigen Gefieder selbst einen höheren Fortpflanzungserfolg haben werden. Mithilfe dieses Mechanismus konnte das Gefieder der Vögel immer größer und prächtiger werden.

Spermienkonkurrenz: Neben dem Selektionsdruck durch sexuelle Selektion auf die sekundären, also nicht direkt an der Fortpflanzung beteiligten, Geschlechtsmerkmale, gibt es auch Mechanismen der sexuellen Selektion, die sich auf die Ausprägung der eigentlichen, primären, Geschlechtsmerkmale auswirken. Die sogenannte Spermienkonkurrenz basiert darauf, dass häufig eine große Anzahl von männlichen Keimzellen eines oder mehrerer Männchen um die Befruchtung einer einzigen weiblichen Eizelle konkurriert. Auf diese Spermienkonkurrenz ist auch die Tatsache zurückzuführen, dass Schimpansen, also Primaten mit einem promisken Paarungssystem (also „Paarungssysteme, bei denen sich beide Geschlechter mit mehreren Partnern des anderen Geschlechts paaren“ – Biologie Heute entdecken, S.401) mehr Spermien produzieren als solche Arten, bei denen nicht die Keimzellen unterschiedlicher Männchen um die Befruchtung der Eizelle konkurrieren (wie z.B. bei Gorillas, die ein polygynes Paarungssystem bevorzugen). Da unter den Schimpansen Männchen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben eine weibliche Eizelle zu befruchten, wenn sie mehr Spermien produzieren, entsteht ein Selektionsdruck auf die Evolution größerer Hoden.

Die Evolution der Sexualität: Da die sexuelle Fortpflanzung einerseits zur Folge hat, dass zwei Individuen nur einen Nachkommen zeugen können, während beispielsweise sich asexuell fortpflanzende Einzeller 100% ihres Erbmaterials an die Tochterindividuen weitergeben. Und da andererseits auch der Nutzen für das einzelne Individuum bei sexueller Fortpflanzung viel geringer ist, da es ja nur die Hälfte seines Erbmaterials an seine Kinder weitergibt, stellt sich die Frage, wie es sein konnte, dass die sexuelle Fortpflanzung sich trotz dieser eigentlich gravierenden Nachteile, man spricht von den doppelten Kosten der Sexualität, im Verlauf der Evolution durchsetzen konnte. Lebewesen, die sich asexuell fortpflanzen nämlich, haben weitaus höhere Vermehrungsraten und müssten daher doch eigentlich die überlegene Form der Vermehrung besitzen. Dies ist aber nicht nur nicht der Fall, sondern bekanntlich sind die Lebewesen, die sich sexuell vermehren sogar weit in der Überzahl gegenüber denen, die ihre Nachkommen asexuell, also ungeschlechtlich zeugen.

Erklärungsansätze bezogen sich lange Zeit darauf, dass die sexuelle Fortpflanzung den Vorteil der genetischen Variabilität durch die zygotische Neukombination der Eltern-DNA mit sich bringe, was Voraussetzung dafür sei, dass sich die Arten besser an veränderte Umweltbedingungen anpassen können und somit Selektionsvorteile in der Anpassung an die sich ständig verändernden Umweltbedingungen hätten.

Da jedoch tatsächlich Lebewesen mit asexuellen Fortpflanzungsmechanismen häufiger in Gebieten zu finden sind, in denen sich die Umweltfaktoren häufig verändern als solche, die sich sexuell vermehren, und dass in Gebieten mit relativ konstanten Umweltbedingungen häufig Arten vorherrschen, die sich sexuell fortpflanzen, kamen wieder Zweifel an dieser an sich schlüssigen Hypothese auf.

Die heute gängige Vermutung ist daher dass die sexuelle Fortpflanzung in einem sogenannten „koevolutionären Wettrüsten mit Parasiten“ entstanden sei. Das bedeutet, dass der Vorteil der sexuellen Fortpflanzung darin liegt, dass die Arten, die sich derartig vermehren, auch bessere Anpassungen an Viren oder bakterielle Krankheitserreger aufweisen. Die sexuelle Fortpflanzung stellt also offenbar die beste Möglichkeit dar, sich an die ständigen Veränderungen der Antigene von Krankheitserregern, die durch Mutationen entstehen, anzupassen. Aufgrund der sehr zahlreichen Mutationen von Krankheitserregern ist dies ein großer Selektionsvorteil gegenüber sich asexuell fortpflanzenden Lebewesen.

Feminismus? Fetischismus? Faschismus!

Ich muss gleich zu Beginn anmerken, dass ich über den Titel dieses Artikels für den ich mich zu wählen schließlich dann doch durchringen konnte, im Vorfeld eine ganze Weile lang nachgrübeln musste.

Denn prinzipiell lege ich großen Wert darauf, gerade bei streitbaren Themen, die üblicherweise häufig auch mit entsprechend umstrittenen Debatten mit hohem Polarisierungspotential vergesellschaftet sind, zumindest so weit zu objektivieren, als dass eine solide Basis für weiterführende Gedankenstränge gewährleistet ist.

Feminismus. Fetischismus. Faschismus.

Drei Begriffe, deren kausaler Zusammenhang sich auf den ersten Blick zunächst einmal nicht unmittelbar ergibt. Die Ursache dafür ist auch schnell gefunden: Denn zwar ist uns jeder einzelne dieser Termini im Zusammenhang mit den jeweiligen öffentlichen Debatten für sich alleine genommen natürlich ein Begriff. Allerdings finden die Auseinandersetzungen mit den Aspekten aus dem Kreise dieser Themenfelder kaum bis gar nicht in Verbindung miteinander statt, sodass es Ihnen im ersten Augenblick nicht als besonders wahrscheinlich erscheinen könnte, dass sich hinter diesem Beitrag etwas anderes versteckt, als der bloße Versuch Ihnen mit einer geschmacklosen Provokation, Ihre kostbare Zeit zu rauben.

Ich gehe davon aus, dass vermutlich insbesondere bei denjenigen Lesern unter Ihnen, die sich als aktive Anhänger sozialistischer Jugendbewegungen verstehen, speziell mit Hinblick auf die Begrifflichkeiten des „Feminismus“ sowie des „Faschismus“, gerade der letztere mit einiger Wahrscheinlichkeit – so Sie denn zu eben dieser Lesergruppe zählen – zu Ihrem Alltagsvokabular gehört.

Geprägt wurde der Begriff des Faschismus in der Moderne durch den italienischen Diktator Benito Mussolini, der dieses Amt mit der Maßgabe antrat, Italien zu „alter“ Größe, ähnlich wie es zuvor das römische Imperium gewesen war, zurück zu führen. In diesem Zusammenhang erlangte das Fascis, ein mit einem Beil bestücktes Rutenbündel, welches im Römischen Reich bereits als Amtssymbol der höchsten Machthaber gedient hatte, als Namensgeber der sogenannten „Faschisten“ – so bezeichneten sich die radikal-autoritär ausgerichteten Anhänger Mussolinis – seine neuerliche Berühmtheit. Später übernahm auch Adolf Hitler, der mit seiner nationalsozialistischen Partei im Gefolge die politische Macht in Deutschland übernommen hatte, diese Bezeichnung, welche bis in die heutige Gegenwart – stellenweise auch durchaus inflationär – Verwendung als politischer Kampfbegriff findet.

Ein – meiner Auffassung nach – nicht minder interessanter Begriff ist der des „Fetischismus„. Auch dieser wird ja beinahe inflationär gebraucht. Und häufig ist denjenigen, die ihn benutzen seine Definition gar nicht bewusst. Gemeint ist damit in der Regel der sexuelle Fetischismus. Kurz gesagt versteht die Medizin darunter eine „Abweichung“ vom – als physiologisch betrachteten – Sexualverhalten insofern, als dass anstelle einer Person ein unbelebter Gegenstand zum Objekt des sexuellen Interesses bzw. Stimulus der sexuellen Erregung bzw. Befriedigung wird. Insbesondere die sexuelle Neigung, auf die ich im Weiteren zu sprechen kommen werde, müsste gemäß der engeren Definition eigentlich als „Paraphilie“ bezeichnet werden, da dabei nicht etwa ein unbelebtes Objekt im Fokus des libidinösen Interesses steht, sondern vielmehr die Ausübung sexueller Praktiken, die von dem, was als empirische Norm angenommen wird, deutlich abweichen.

Nun steht noch die Definition des „Feminismus“ aus. Um sich dieser vielleicht nun etwas anzunähern, würde ich an dieser Stelle gerne mit einem Beispiel beginnen, auf das ich kürzlich aufmerksam geworden bin.

Konkret handelt es sich dabei um einen Blog auf der Blogging-Plattform „Tumblr“. Und zwar stammt dieser Blog von einer Dame, die von einer Neigung berichtet, die vielerorts – diese Bezeichnung ist streng genommen, wie ich bereits dargelegt hatte, nicht zutreffend – auch als „interracial fetish“ bezeichnet. Von ihr stammt auch dieser Beitrag in einem Forum, durch den ich im Übrigen auch auf ihren Blog aufmerksam wurde.

Wie man unschwer erkennen kann, bezeichnet sie sich als Feministin. Man kann darüber hinaus die Information gewinnen, dass sie in Spanien lebt und damit – um es an dieser Stelle mal in die politische Dimension umzumünzen – im Grunde – was die ganz grobe politische Lage angeht – angeht, im selben Boot (EU) sitzt wie wir auch.

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Um nun aber zu den überaus interessanten Inhalten ihres Blogs zurück zu kommen. Außergewöhnlich an ihr ist nämlich, dass sie ihre „Vorliebe“ nicht einfach nur als bloße Gegebenheit hinnimmt. Sie geht tatsächlich einen Schritt weiter, indem sie ein rationales – fast ideologisch anmutendes – Gedankenkonzept dazu entwirft, mit dem sie aus der bloßen Perversion eine politoide Ideologie macht. Passend dazu tragen die Artikel, die sie publiziert auch den entsprechenden Titel: „White extinction“, also die „Ausrottung der weißen Rasse“.

With the rise of feminism, women are increasingly embracing the black superiority. As the majority of African migrants are males (around 70%), and they are arriving to Europe in growing numbers, soon there will be an important sexual imbalance in the continent (in Sweden there are 123 boys for every 100 girls among 16 and 17-year-olds). And this means more sexual competition.

Im Grunde wird hier eines besonders deutlich. Nämlich der Zusammenhang zwischen der feministischen Überzeugung und Denkmustern, die man mit Eugenik assoziieren muss. Eugenik – um das klarzustellen – ist ins Deutsche mit dem Begriff der „Erbgesundheitslehre“ zu übersetzen. Im weiteren Sinne beschreibt man mit diesem Begriff Gesundheitspolitische Eingriffe, durch die es insbesondere der als „genetisch überlegen“ betrachteten Rasse ermöglicht werden soll sich stärker fortzupflanzen um die „Schwachen“ Populationen über die Generationen hinweg zu verdrängen.

Weiterhin schreibt sie:

According to ‘The Selfish Gene’ by Richard Dawkins, genes are the basis of heredity in sexual reproduction, and those that provide surviving or reproductive advantages will tend to be inherited by an increasing number of individuals. A male who has sex with a fertile woman every day could potentially have 270 children in a nine month period while a woman can only have one. Therefore, a woman will always be attracted to a “bull” because, at an instinctive level, she knows those superior genetic traits will be passed onto her sons who will carry half of her DNA and spread her genetic legacy.

Und ich muss auch an diesem Punkt zugeben, dass sie damit prinzipiell nicht ganz Unrecht hat. In der Tat könnte man – ausgehend von der Annahme, dass Afrikanische Männer genetisch den Europäern überlegen sind – auch erwarten, dass sie bei der Partnerwahl von allen „Weibchen“ gleichermaßen bevorzugt werden. Und sollten tatsächlich alle Frauen durch schwarze Männer schwanger werden, dann bliebe den Europäischen Männern ja nichts anderes übrig als entweder homosexuell zu werden oder sich auf Partnerinnen einzulassen, die bereits ein fremdes „Mischlingskind“ haben, für das sie dann vermutlich auch mit zu sorgen hätten.

Der Grund dafür, weshalb ihre Rechnung allerdings nicht aufgeht, findet sich in der folgenden Grundannahme, auf der ihr ganzes Konzept von der Idee einer überlegenen afrikanischen „Rasse“ aufgebaut ist.

I used to find these facts disturbing. But a lustful epiphany happened when I discovered interracial sex. As a woman, I was amazed by the muscular physique, the dominant character, the generous length and stamina of our dark invaders. Dominance and submission, civilization and savagery, blackness and whiteness, mixed in a primitive encounter based in racial hierarchy and sexual inequality. Finally, I was forced to admit the black male’s sexual superiority: racism is very hard to keep up for a sexually demanding woman.

Sie geht nämlich einfach davon aus, dass mit der afrikanischen Abstammung auch automatisch ein dominanterer Charakter, muskulöserer Körperbau und höhere – sexuelle – Leistungsfähigkeit, verglichen mit Europäern einhergeht.

Was versteckt sich also dahinter für eine Intention? Was könnte sie dazu veranlassen nicht einfach nur eine sexuelle Neigung auszuleben, sondern sogar eine ganze Ideologie auf (pseudo-) wissenschaftlichen Grundlagen zu konstruieren?

Und vor allem: ist das ein Einzelfall oder gibt / gab es des öfteren Fälle, in denen Feminismus und Eugenik zusammen eine gefährliche Kombination darstellten?

Die Antworten auf diese Fragen kommen – im nächsten Artikel.

Der Freiheitskämpfer

Der geneigte Leser wünscht sich ja gerne in den Werken, deren Inhalt er mit seiner begrenzten Auffassungsgabe zu erschließen versucht, immer öfter auch dass die literarischen Ergüsse des Autoren seiner Wahl eine gewisse Bindung zur Realität aufweisen. Um den Ansprüchen meiner Kundschaft und damit natürlich  all jener, die ihr sauer verdientes Geld investieren um mir meinen Luxusurlaub in Dubai im Kreise auserwählter, internationaler Edelnutten zu verbringen, gerecht werden zu können, sehe ich es als ein Gebot der Höflichkeit und des Respekts an, selbst (der ich mich als Anwalt der Menschlichkeit betrachte) ein Opfer zu erbringen um der versammelten Leserschaft meine Hingabe zu demonstrieren. Ich bin fest dazu entschlossen dem Beispiel des legendären Künstlers Vincent van Gogh, der dem gemeinen Kunstbanausen vielleicht entfernt ein Begriff sein mag und von dem diejenigen Leser, die ein Minimum an nennenswerter Schulbildung besitzen hoffentlich wenigstens wissen, dass er der Typ war, der sich ein Ohr abtrennte, zu folgen. Genauer gesagt war es ja so, dass Van Gogh einen etwas unorthodoxen Frauengeschmack hatte. Oder anders ausgedrückt: Er stand darauf verseuchte Straßenhuren zu vögeln. Und so gehört zur Vollständigkeit der Vita van Goghs auch die Tatsache dass er sich sein Ohr nicht etwa aus egoistischer Motivation heraus amputierte (so wie man es normalerweise erwarten würde). Nein, er war so selbstlos dieses abgetrennte und in der Folge dem biologischen Zerfall geweihte Körperteil einer Prostituierten zu vermachen. Nun wäre es für alle Nachahmer wie mich selbst oder Niki Lauda dieser Geste vermutlich dankbarer gewesen, hätte Vincent ein etwas entbehrlicheres Körperteil ausgewählt um es zu verschenken. Die Vorhaut, ein Weisheitszahn oder die Appendix vermiformis. Aber nein, eigensinnig wie er war musste es das Ohr sein.

Um nun jedoch zum Punkt zu kommen. Ich habe es ja bereits angesprochen, dass ich dem Vorbild des Mannes, der zu Lebzeiten auch als „Christ of the coalmines“ also in etwa übersetzt Messias der „Knappen“ (auch wenn dieser Terminus in den westlichen Armutsgebieten der Bundesrepublik Deutschland schon von Rudi Assauer in Anspruch genommen wird), Folge leisten will. Und aus diesem Anspruch heraus erwuchs auch mein Vorhaben auch mein Ohr zu opfern um es im Rahmen einer christlichen Geste der Nächstenliebe einer geistesgestörten Hure zukommen zu lassen. Nun gibt es derer ja unzählige, sodass ich beschloss ein weiteres Kriterium als Eigenschaft, die die glückliche Adressatin meiner Gutmütigkeit aufweisen sollte, vorauszusetzen. Ich wollte ja auch dass meine Tat verstanden wird. Also war es nur recht und billig eine Adressatin zu finden, von der ich annehmen konnte dass sie nicht nur gestört sondern darüber hinaus auch hochintelligent ist. Denn es liegt ja auf der Hand: nur ein extrem intellektuell begabtes Wesen würde mein Präsent auch gebührend wertzuschätzen wissen. Ich brauchte also aus dem gigantischen Pool der ganzen wahnsinnigen Nutten nur irgendeine herausfischen, die gemeinhin als hochbegabt eingestuft wird. Das klingt einfacher als es tatsächlich ist. Denn völlig unerwarteterweise verflüchtigte sich die anfangs schier unendliche Menge der geeigneten Empfängerinnen meiner charmanten Mitgift ganz plötzlich und zu meiner größten Überraschung auf eine verschwindend geringe Population.

Wo waren sie denn plötzlich die Bestseller schreibenden Bordsteinschwalben, die unser Land doch immer zu dem machten was es ist. Wo waren sie, die Dichter- und Denkerinnen im ultraknappen Miniröckchen, die ihren Verehrern in literarisch ästhetischer Prosaik den Abend versüßten. Es schien aussichtslos. Und vermutlich hätte ich die Hoffnung vollends verloren, hätte es der Zufall nicht so gewollt, dass mir eines Tages im Lichte der aufgehenden Sonne an einem dieser mit Erwartungen auf die großen Abenteuer, die er mit sich bringt, beseelten, typisch deutschen Sonntagmorgende die Süddeutsche in die Hände fällt. Gebannt fiel mein Blick sofort auf eine mitreißende Geschichte. Es handelte sich darin um die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die als Kind über Jahre hinweg von einem ihrer Nachbarn sexuell missbraucht wurde um dann folgerichtig mit 21 Jahren in einem Bordell als Hure anzufangen, um dann wiederum nach reiflicher Überlegung über die Absicherung des Lebensabends in einer Gesellschaft, deren Zukunft durch den demographischen Wandel der Altersgruppen so unsicher ist wie die Antibabypille bei einer geistig eingeschränkten und alkoholabhängigen Teenieschlampe, den Beschluss zu fassen dem Sexgewerbe den Rücken zu kehren um das umfassende intellektuelle Potenzial das in ihr schlummerte endlich auszuschöpfen.

Ich rieb mir die Augen vor schierer Ungläubigkeit. Als ich nach etwa 27 Minuten wieder mein Augenlicht zurück erlangte und zunächst einmal feststellen musste, dass ich durch die mechanische Manipulation meines Augapfels einen Teil meiner Netzhaut zerstört hatte, wagte ich einen erneuten Versuch das unmöglich geglaubte auf seine wahrhaftige Existenz zu prüfen. Meine von der Gewalt der Natur geschädigten Augen schwenkten ihren Blick einmal mehr über dieses Meisterwerk journalistischer Schaffenskraft. Und tatsächlich! In großen Lettern prangte dort:

„Ein hochintelligentes, sprachbegabtes, körperlich und seelisch schwer geschädigtes Mädchen hat ein Buch über ein ebensolches Mädchen geschrieben. Es heißt Splitterfasernackt. Und es ist erschütternd.“

Ich hatte es also doch geschafft. Das was ich schon fast aufgegeben hatte. Es war plötzlich so nah. Von meinen Glücksgefühlen noch vollkommen überwältigt, taumelte ich durch das Zimmer, stolperte dabei über das Kabel der Beistellampe die ich mir am Tag zuvor gekauft hatte, wodurch die gesamte Steckerleiste aus dem Gemäuer herauskatapultiert wurde.

Ich hatte nicht geahnt dass eine einfache Zeitungsrecherche so viele Opfer mit sich bringen würde. Jedoch zweifelte ich zu keinem Zeitpunkt daran dass ich für die gesundheitlichen Schäden, die mir in diesem Prozess der gesellschaftlichen Horizonterweiterung durch höhere Gewalten zugefügt worden waren ebenso wie der entstandene Sachschaden, der sich mittlerweile auf knappe 5.000€ belief, durch das weit größere Geschenk – nämlich als freier Bürger die objektive, von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängige und immer glaubwürdige Arbeit gewissenhafter Journalisten genießen zu dürfen – als unwesentliche Kollateralerscheinung weit mehr als entschädigt wurde. Viele Menschen gaben ihr Leben für das Recht auf freie Meinungsäußerung. Ich konnte mich also noch glücklich schätzen, nur einen erheblichen Teil meines Sehvermögens, eine 300€ Lampe und die Stromversorgung, verloren zu haben.

Die Abenddämmerung hatte sich inzwischen über den Dächern der Stadt erhoben. Als ich aus dem Fenster gen Horizont, in dessen Angesicht die funkelnden Sterne wie liebliche Engel, die uns behutsam in die Stille der Nacht begleiten, zu blicken versuchte versperrte mir die Straßenbahn die Sicht. Ich wurde allerdings mindestens gleichwertig entschädigt, und zwar mit einem Werbeaufdruck von Dunkin‘ Donuts der schillernd auf dem verdreckten Wagon über den gesundheitsschädlichen Elektrosmog der Innenstadt erhaben, empor strahlte.

Ich dachte mir: „Scheiß auf Lilly Lindner, was denkt sich diese gestörte Nutte überhaupt von mir verlangen zu können mir mein Ohr wegzuschneiden?!“ und begab mich gequält von der Anstrengung und den Schmerzen die mir der Kampf um mein Recht auf frei zugängliche Information durch die Printmedien abgerungen hatte, stolz und glücklich in dem Wissen die Demokratischen Grundprinzipien, auf deren Basis unsere Gesellschaft beruht, gegenüber den Bemühungen der islamischen Extremisten unsere gut funktionierende Demokratie in einen Gottesstaat umzuwandeln verteidigt zu haben, zu Bett. Und ich denke: Derartiges erreicht zu haben kann ein Vincent van Gogh wohl kaum von sich behaupten.

Letting the cat out of the bag

So, meine lieben. Das ist ein Thema ganz nach meinem Geschmack!

Und es gibt wirklich nicht viele zuverlässige Quellen, die sich mit diesem Thema seriös auseinander setzen. Das sogenannte Pozzing bzw. Bugchasing (so scheint man das im angloamerikanischen Sprachraum zu nennen; Quelle: wikipedia) beschreibt ja den Prozess bei dem sich HIV-negative absichtlich mit HIV infizieren. Ich würde in dem hier beschriebenen Fall eher von Bareback sex sprechen.

Gangbang-Partys, bei denen kein Kondom angewandt wird, gibt es bei heterosexuellen Menschen jedoch auch. Die Partys werden meist AO-Sex-Partys (AO = alles ohne) genannt und ab und zu wird ein Schnelltest vor dem Gangbang angewandt, der aber keine sichere Aussage über eine Infektion erbringen kann. Bareback-Portale für heterosexuelle Männer, die Bareback-Sex (oder auch AO-Sex genannt) mit Prostituierten suchen, gibt es viele in Deutschland. Mittlerweile gibt es in vielen Erotikportalen auch die Funktion, nach AO-Sex zu suchen. [1]

Nachdem ich jetzt 2 Stunden nach einer möglichen Erklärung für dieses Phänomen gesucht habe, bin ich endlich auf ein ausgesprochen aufschlussreiches Werk getroffen. Francisco Fernandez, Pedro Ruiz – Psychiatric Aspects of HIV/AIDS

Das Buch gibts leider nur in Englisch, aber hier werden interessante Erklärungsansätze dargeboten, die ich hier nicht vorenthalten will, da ich es für eine absolut geniale Herleitung halte.

Es wäre jetzt zu umfangreich hier alle Textabschnitte, die sich mit der Psychopathologie der HIV-Infektion auseinandersetzen, hier zu posten. Allerdings ist besonders das Folgende ausgesprochen paradox und faszinierend. Es geht dabei primär um die Motivation von Frauen, die heterosexuellen Verkehr mit HIV-Positiven Männern haben. Und besonders verwirrend mag es für einen Laien dann noch erscheinen, dass die Triebfeder für dieses Handeln eine narzisstische Befriedigung sein soll, die diese Frauen daraus ziehen.

The highest transmission category for women does not relate to intravenous drug use or same-sex sexual activity, but to heterosexual sexual activity. Women with narcissistic spectrum pathology who have low self-esteem sometimes try to bolster this low sense of self by adopting a rescuing role with drug-abusing HIV-positive males, which gives them a sense of narcissistic gratification (by feeling like heroic martyrs) and is a response to an extremely rigid and self- deprecating ego ideal. These factors are proposed to make sense of those seronegative women who sustain relationships with HIV-infected partners, placing themselves at high risk. [2]

Und noch ein weiterer von Fernandez und Ruiz gelieferter Aspekt ist in meinen Augen eine überaus scharfsinnige Analyse der Psychologie der „Bugchaser“ (also diejenigen die sich dem Risiko einer Infektion aussetzen obwohl sie selbst noch nicht infiziert sind):

The HIV infected patient can play out the persecutor-victim object-relational dyads common to patients with borderline personality organization and those with histories of severe trauma. HIV-positive patients can also experience themselves as persecutor because they can infect others and subsequently feel guilty. The potential stigma around HIV is one more element in a persecutory environment perceived by patients with the object-relations of borderline personality organization. [2]

Das bedeutet also, dass durch diese Infektion eine gewisse Kontrolle erlangt wird, der bei der narzisstischen Persönlichkeit eine große Bedeutung zukommt. Denn mit einer HIV-Infektion hat man Macht über andere Menschen. Man kann anderen Menschen schaden, indem man sie mit HIV infiziert. Auf der anderen Seite hat man aber auch die Kontrolle über sein eigenes Wohl oder Unwohl. Also auch hier spielen dann wieder die narzisstischen Kontrollzwänge eine entscheidende Rolle.

Viel Spaß beim Nachdenken.


Quellen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Barebacking#Bareback-Partys

[2] Francisco Fernandez, Pedro Ruiz. “Psychiatric Aspects of HIV/AIDS, 1st Edition.”

Kunst und Kultur

Nachdem ich bereits die Tragik des Lebens eines Van Goghs thematisiert (→ siehe „Der Freiheitskämpfer“), und damit einen Blick in Richtung Malerei und Kunst gewagt habe, will ich auch einem anderen Künstler die Gelegenheit geben, hier Erwähnung zu finden. Die Rede ist dieses mal von Peter Paul Rubens, der von 1577 bis 1640 lebte, und sich zeitlebens mit seinen ergreifenden Werken ästhetischer Schaffenskraft in der Kunstgeschichte verewigte. Der Barockmaler flämischer Herkunft erlangte nicht zuletzt durch Gemälde Bekanntheit, auf denen er die Sinnlichkeit menschlicher Nacktheit in den Vordergrund rückte. Vor allem der Begriff der “Rubens-Frau”, den Frauenrechtler*Innen zuweilen gerne heranziehen um damit eine weibliche Pommestonne feministisch eloquent zu umschreiben, hat im Zusammenhang mit der BDSM- und Fetisch-Gesellschaft, in der zu leben wir uns so glücklich schätzen können, eine Renaissance erlebt.

Zwar beabsichtige ich mich mit dem Feminist*Innen-Bashing zu diesem Zeitpunkt noch etwas zurück zu halten (diesem sind dann spätere Kapitel gewidmet). Jedoch ist es anlässlich des kulturhistorischen Exkurses in die Epoche des künstlerischen Barock (und um eine Verbindung zu unserer modernen Lebensrealität herzustellen) in meinen Augen angebracht meinen Lesern den Begriff der “Rubensfrau” bildhaft vor Augen zu führen. Aus der Gegenwart herausgegriffen würde man z.B. die von dem feministischen Magazin “Emma” hoch geschätzte Stand-Up Komikerin Cindy aus Marzahn unter einer solchen Rubensfigur verstehen. Nicht zuletzt ihr hat der Berliner Ortsteil Marzahn auch seinen einzigartigen Ruf als deutsche Kulturhochburg zu verdanken.

Nach dieser kleinen Einführung in die Welt der barocken Ästhetik rund um Peter Paul Rubens, will ich den Fokus nun jedoch etwas von der Rubensfrau weg in Richtung eines anderen großen Werks dieses Künstlers schwenken. Und zwar handelt es sich dabei um das eindrucksvolle Gemälde mit dem Titel “Das Massaker der Unschuldigen” (Massacre of the innocent).

Es handelt sich dabei um eine ebenso eindrucksvolle wie auch beängstigende Szene, die die Tötung männlicher Kleinkinder in Betlehem darstellt.

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Bei der längeren Betrachtung eines solchen Gemäldes ist es ausgesprochen nachvollziehbar, wenn einen ein mulmiges Gefühl beschleicht. Unschuldige Säuglinge werden in der Gegenwart ihrer weinenden Mütter getötet. Wenn man seinen Blick von diesem Bild dann schließlich abwendet, schätzt man sich umso glücklicher in einer Zeit zu leben, in der derartige Grausamkeiten längst der Vergangenheit angehören. Die Probleme, die uns heute plagen sind vollkommen andere. Das Essen ist zu teuer, die Mieten sind zu hoch… achja, und diese ganzen Flüchtlinge, die unser Land überfluten.

Bei einigen dieser Flüchtlinge wird der Anblick dieser von Rubens dargestellten Szenerie hingegen allerdings eher Heimatgefühle wecken.

Auf die heutige Zeit angewandt würde das “Massaker der Unschuldigen” wohl weniger auf Betlehem zutreffen als vielmehr auf andere sonnige Städtchen Nordafrikas, in denen „Dschihadisten“ (so nennen die Medien mittlerweile schizophrene Psychopathen im psychotischen/religiösen Wahn) ihre Vorstellungen von Nächstenliebe fröhlich in die Tat umsetzen.

Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht das “Massaker der Unschuldigen” etwas der heutigen Zeit anzupassen, und mit Inhalten zu füllen, die uns ein realitätsnahes Abbild des Massakers zeigen soll, wie es gegenwärtig tatsächlich stattfindet.

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Um nun allerdings nicht zu sehr in die triste Welt der internationalen Machtpolitik bzw. extremistischen Religiosität abzudriften, schlage ich vor, dass Sie, geschätzter Leser – nachdem Sie sich das gezeigte Bild genau angesehen und sich um eine Interpretation vor dem Hintergrund Ihrer geopolitischen Vorbildung bemüht haben – einen Augenblick inne halten um sich dem Geiste, der diesem Meisterwerk innewohnt, vollkommen widmen zu können.

Frage nicht was dein Land für dich tun kann…

….sondern was du für dein Land tun kannst!

Dies waren die Worte, mit denen am 20. Januar 1961 John Fitzgerald Kennedy seine erste und letzte Amtszeit als der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der – wie sich später herausstellen sollte – nur 1.036 Tage später durch einen Kopfschuss ein jähes und in seiner politischen Tragik für viele Amerikaner überaus traumatisierendes Ende gesetzt werden sollte, feierlich antrat. Der Wahlsieg Kennedys war der Beginn einer politischen Periode, in der die gesellschaftliche und nationale Einheit der USA ebenso wie die globale Sicherheit oft auf den Prüfstand gestellt wurde und nicht selten sogar zu zerbrechen drohte. In der Amtsperiode Kennedys, die sich über den Zeitraum von 1961 bis 1963 erstreckte, fielen sowohl innenpolitische als auch außenpolitische Entscheidungen historischen Ausmaßes. Nicht nur dass der Amtsantritt mitten in die wohl sensibelste Phase des Kalten Krieges fiel. Auch im Herzen Kontinentaleuropas, wo der wirtschaftstheoretische Dissens zwischen Marx und Smith bzw. deren Anhänger, über dessen Diskurs bis dahin nur ein akademischer Zirkel der geisteswissenschaftlichen Bildungselite   unterrichtet gewesen war, von seinem metaphysischen, theoretischen Aggregatzustand in eine für den ungebildeten, in seiner geistigen Auffassungsgabe limitierten Bauarbeiter gut erfassbare Form aus Stacheldraht und Zement transformiert wurde, spitzte sich die kritische Dynamik des Ost-West-Konfliktes mit dem Beginn des Baus der Berliner Mauer im August 1961 weiter zu. Ein Jahr darauf folgte dann die Kuba-Krise, die den Konflikt der Supermächte bis an den Rand eines möglichen Atomkrieges trieb. Ein weiterer der zahlreichen außenpolitischen Kriegsschauplätze, die die Außen- und Verteidigungspolitik des “Land of Liberty” forderten, lag an der östlichen Festlandküste Südostasiens. Zwischen Reisfeldern, Bambuszweigen und tropischen Wäldern kämpften Tausende und Abertausende junge US-Amerikaner gegen die kommunistische Bedrohung.

Um den polit-historischen Exkurs an dieser Stelle jedoch nicht ausufern zu lassen, möchte ich nun den Weg zurück zu den zentralen Worten Kennedys einschlagen. Denn was er mit diesem Satz wohl beabsichtigte war nichts anderes, als eine patriotisch motivierte Denkweise von seinem Volk zu fordern, nicht oder zumindest nicht alleine den Staat als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung zu betrachten sondern vielmehr sich selbst als ein Teil der Gemeinschaft zu fragen, wie man als Individuum seinen eigenen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft leisten kann.

Möglicherweise unter anderen Vorzeichen als Kennedy seinerzeit, aber dennoch im Hinblick auf die Kernaussage, entsprechend, könnte man diese Worte des Präsidenten auch mit einiger Berechtigung an das deutsche Volk adressieren. Denn was ich in unserer demokratischen Gesellschaft beobachte ist eine Art irrationales Paradoxon, dessen Existenz überhaupt nur dadurch erklärbar gemacht werden kann wenn man dem einstigen Volk der Dichter und Denker unterstellt, jedweden Hauch von gesundem Menschenverstand verloren zu haben. Denn in einem Punkt sind wir Deutsche uns alle einig: Der Politik kann man nicht mehr trauen. Und nein – dieser Satz ist nicht ironisch gemeint. Die Erklärung für diesen Standpunkt zu liefern fällt bei genauerer Überlegung auch überhaupt nicht schwer. Warum denken wir denn, dass Politiker uns nur verarschen? Richtig, weil wir in leidvoller Erfahrung gelernt haben, dass die Versprechungen, die uns während der Wahlkämpfe gemacht werden, nach der Wahl häufig ihre Gültigkeit verlieren. Bedeutet im Umkehrschluss aber auch: die Unverbindlichkeit der Wahlprogramme, die uns als Wähler doch in aller erster Linie bei der Stimmvergabe beeinflussen, führt daher zu Unzufriedenheit mit den gewählten politischen Verantwortlichen und fördert Politikverdrossenheit. Das alles gipfelt dann in vielen Fällen in einer Art  selbstzufriedener Resignation, versinnbildlicht durch solche Stammtischweisheiten wie “Wir einfache Leute können doch sowieso nichts ändern”. Im Grunde ist das eine alarmierende Feststellung, die innerhalb unserer Gesellschaft zumindest im Kreise der Mittel- und Unterschicht zum allgemeinen Konsens geworden zu sein scheint. Ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen ist also der festen Überzeugung, dass Gegenwart sowie Zukunft unseres Landes mit allem was damit einhergeht schutzlos der Willkür einiger  weniger profitgieriger und vollkommen gewissenloser Raubtierkapitalisten ausgeliefert ist. Aber da man natürlich an dieser Tatsache nichts ändern kann, muss man auch nicht beunruhigt sein. Man hat also als Deutscher (folgt man diesem Konsens) mangels politischen Einflusses überhaupt keine eigene Verantwortung für die Entwicklung Deutschlands. Man hat aber natürlich als freier Bürger einer Demokratie das Recht Politiker zu kritisieren, die das wofür sie gewählt wurden, nicht umsetzen. Und um den Bogen zu Kennedy erneut zu schlagen: Was genau sind Wahlversprechen überhaupt? Wahlversprechen sind Versprechungen von Dingen, die der Staat für uns (das Volk) tut. Nun stellt sich die Frage: Was tun wir (das Volk) für den Staat? Viele sagen jetzt berechtigterweise: Wir zahlen doch Steuern. In gewisser Weise scheint das Argument auch eine Daseinsberechtigung zu haben. Doch schon einen Schritt weiter gedacht ist dieses Argument hinfällig weil man mit den Steuern, die man an den Staat abgibt eigentlich nur das unterstützt womit man unzufrieden ist. Und wenn man der Auffassung ist, dass die Politik der Gesellschaft schadet, wie kann man dann davon reden, dass man etwas für sein Land tut, indem man genau das, was man als Missstand empfindet durch finanzielle Transaktionen unterstützt?

Da es unserem Land allerdings noch mehr schaden würde, wenn alle Bürger plötzlich aufhörten Steuern zu zahlen, ist natürlich ebenfalls zu erwähnen, dass die Implikation der gerade erwähnten Ausführung keineswegs diejenige sein soll, dass es eine Lösung wäre von nun an doch lieber sein Geld für sich zu behalten anstatt es dem Finanzamt zu überlassen. Nein, vielmehr muss man aus dieser Herleitung schlussfolgern, dass es nicht ausreicht seinen Beitrag in der Gesellschaft als rein finanziellen zu verstehen. Aus dieser Überlegung ergibt sich ein ganz großes Problem, das so gut wie jede politisch-gesellschaftliche Diskussion durchdringt. Nämlich die Koppelung jeder gesellschaftlichen Problematik, die – sei sie auch noch so gerechtfertigt – debattiert wird, mit finanziellen oder wirtschaftlichen Aspekten. Dabei gerät vollkommen in Vergessenheit, dass Werte und gesellschaftliche Konventionen nicht vom Bankkonto stammen, sondern von einem im menschlichen Schädel befindlichen Organ, das – wie das erfolgreiche Bestehen von medialen Ausgeburten der intellektuellen Verwaisung wie RTL 2 belegt – weitaus seltener benutzt wird als das Girokonto. Das Gros der gesellschaftlichen Veränderungen kann man nicht mit Geld erkaufen. Das mag für einige ein Schock sein. Für unseren Stammtisch hingegen ist es allerdings sowohl Fluch als auch Segen. Fluch insofern, als dass diese Erkenntnis der lang etablierten Tradition der selbstgerechten Resignation, über die es sich bei einem kühlen Bier zu beklagen, Abende mit Gesprächsstoff füllte. Segen auf der anderen Seite deswegen, weil damit auch die Erkenntnis einhergeht, dass es eben doch möglich ist etwas für sein Land zu tun, die Gesellschaft mit der man unzufrieden ist zu verändern, obwohl man nicht zu den oberen 10.000 gehört. Denn erst wenn man begriffen hat dass es die unteren 79.990.000 sind, die die Gesellschaft formen, wird auch klar, warum man sich als ein Teil dieser Menge nicht mehr seiner gesellschaftlichen Verantwortung entziehen kann. Es gibt also Probleme in unserem Land, auf die unsere Regierung überhaupt keinen Einfluss haben kann, da es sich um Ideen und metaphysische Konzepte handelt, und eben nicht um Transferzahlungen oder subventionierte Staatsprojekte. Diese Probleme löst man nicht mit der Geldbörse sondern mit der Benutzung des eigenen Gehirns, des eigenen Verstandes. Ihnen, werter Leser, hoffe ich mit meinen Anregungen im Hinblick auf gesellschaftliche Missstände (bei denen es sich zumindest nach meiner Auffassung um eben solche handelt) eine Hilfestellung dafür zu geben, als einer von diesen 79.990.000, ihre Mündigkeit und damit auch ihre Macht als Individuum die Zukunft unseres Landes aktiv mit zu gestalten, zurück zu geben. Denn genau das ist UNSERE (das schließt Sie als Leser ebenso ein wie mich als sein Autor ein) Antwort auf die Frage was wir für unser Land tun können.

Marxismus und die Realität

Ich war ehrlich gesagt lange ebenfalls angetan von den Ideen Marx‚. Marx geht davon aus, dass sich die gesellschaftlichen Missstände immer weiter zuspitzen würden, die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft, bis eines Tages das Proletariat die Waffen gegen die Minderheit erhebt, welche einen Großteil des Kapitals besitzt. Das würde dann in einer Art Bürgerkrieg in einer marxistisch idealisierten Revolution gipfeln, deren Folge der Umsturz des Systems wäre. So weit die Theorie.

Doch nun beobachte man die Praxis. In Deutschland bahnen sich durchaus bürgerkriegsähnliche Zustände an. Doch wer sind die Beteiligten? Religiöse Fanatisten und Nationalistisch gesinnte Kräfte (wie beispielsweise die HoGeSa), die einander aufs Schärfste zu bekämpfen bereit sind. Und offensichtlich beides Gruppen, deren ideologische Basis ihre Wurzeln im Proletariat hat.

Die Realität lehrt uns aktuell also: Marx lag ziemlich daneben, denn das Proletariat wird sich nicht etwa gegen die Burgeoisie auflehnen, sondern vielmehr gegen sich selbst. Und die Burgeoisie kann völlig beruhigt dabei zusehen wie sich Hooligans und Salafisten die Schädel einschlagen.

Vor Allem hat er den Menschen falsch eingeschätzt. Denn der Proletarier ist offensichtlich ein Wesen, das völlig zufrieden damit wenn seine grundlegendsten Bedürfnisse befriedigt werden, auch wenn er in einem ungerechten Gesundheitssystem beispielsweise niemals die vorzügliche Behandlung genießen wird wie ein Mitglied der Oberschicht. Oder dass ihm weitaus weniger Möglichkeiten im Hinblick auf die Bildung offen stehen, etc. pp. Mit all diesen Nachteilen scheint die breite Masse des Proletariats keinerlei Probleme zu haben. Im Gegenteil: der Proletarier lässt sich doch sogar dadurch unterhalten, dass er auf RTL dabei zusehen darf wie luxuriös die wohlhabenden Menschen ihr Leben gestalten. Er schaut dabei zu wie Fußballspieler mit Millionenverträgen spielen und gibt sogar freiwillig noch den letzten Rest seines zur Verfügung stehenden Gehaltes aus um auf diesen Vorzug nicht verzichten zu müssen. Und nach dem Spiel treffen sich dann die Proletarier, die gerade noch tatkräftig die millionenschweren Fußballvereine unterstützt haben mit anderen Proletariern um diese gewaltsam aus dem Land zu vertreiben.

Das ist die Realität und eigentlich so ziemlich das exakte Gegenteil von dem was ein Karl Marx sich vorgestellt hat. Und bei aller Liebe, aber wenn der klassische Marxismus schon so weit neben der Realität gelegen hat, dann kann ich auf den Neomarxismus auch verzichten.

Man mag als Gegenargument anbringen, dass auch Karl Marx nur ein Kind seiner Zeit war. Und dass im geschichtlichen Kontext der politischen Umstände, die die damalige Zeit prägten seine Theorien Grundstein für eine geniale Ideologie war. Die Gesellschaft war zu diesem Zeitpunkt zersplittert.

Aber Marx‚ Ideenkonstrukt basiert ja darauf, dass er den Fortgang der menschlichen Gesellschaft voraussagen wollte. Das was gerade passiert ist nicht nur nicht Teil seiner Prophezeiungen, sondern wie ich bereits dargelegt habe das exakte Gegenteil. Und wenn man einem Philosophen, dessen Theoriegebilde nicht unwesentlich darauf basiert dass er über den Fortgang der menschlichen Historie mutmaßt, attestieren muss dass er nicht wissen konnte wie die menschliche Gesellschaft sich entwickelt, dann kann man das doch getrost in die Tonne kloppen.

Ich weiß noch wie super es die Marx-Sympathisanten fanden als man feststellte, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft, und wie weise ein Marx doch gewesen ist, da er all das vorausgeahnt hatte. Jetzt wo er hammerhart daneben liegt, heißt es er konnte es doch damals noch nicht wissen.

Ich bleibe dabei. Marx hat den Fehler gemacht den Menschen für ein rationales Wesen zu halten und hat darüber hinaus seine Rechnung ohne die Religionen und extremen Ideologien gemacht, bzw. den Menschen insofern falsch eingeschätzt als dass er davon ausging, dass der Mensch nicht so dumm ist sich durch offensichtliche Mittel (sprich Medien, Werbung) manipulieren zu lassen.

Meine Frage an alle Vergewaltigungsopfer

Wie würdest du es finden wenn man die öffentliche Aufmerksamkeit endlich auch in Deutschland auf die Opfer und die Vergewaltigung bzw. deren Zustandekommen selbst richten würde anstatt sich in endlosen Debatten über die Schuldfrage und juristischen Debatten zu verlieren?

Was das angeht, finde ich dass die Briten als gutes Beispiel voran gegangen sind. Dort wird schon seit Jahren immer wieder (auch ohne dass es einen konkreten Anlass unter den Promis gegeben haben muss) offen mit den sensibelsten Aspekten des Themas umgegangen. Und zwar nicht nur auf der rein objektivierbaren Ebene.

 

 

Das Schlimme an der Vergewaltigungsdebatte die momentan in Deutschland stattfindet ist, dass es zu keinem Zeitpunkt um die Opfer geht. Es geht um Gesetzestexte, um Hobbyjuristen, die sich profilieren wollen, um Feministen, die aus der frauenfeindlichen Gesellschaftsordnung und den sexistischen Gerichten, irgendwelche Forderungen ableiten, um dann sagen zu können: „jetzt haben wir aber was tolles geschafft“ um sich selbst auf die Schulter zu klopfen, und es geht um Politiker, die sich vermeintlich für Frauenrechte einsetzen um das Thema für ihre Beliebtheit zu instrumentalisieren.
Ich habe viele Artikel gelesen über das aktuelle Thema sexueller Missbrauch. Da geht es um alles mögliche. Nur nie um die Opfer und das was sie empfinden. Es kommt auch jeder der sich auf eine wie auch immer geartete Weise wichtig tun will, zu Wort. Nur die wirklichen Opfer nicht.

Und da muss ich jetzt mal etwas kritisieren, was mich an der Art und Weise wie dieses Thema in der Öffentlichkeit behandelt wird, schon lange stört. Es gibt nämlich zwei voneinander vollkommen verschiedene Art und Weisen wie man mit den Menschen, die vergewaltigt wurden oder es behaupten, umgehen sollte.

Natürlich gibt es die juristische Herangehensweise im Rahmen des Strafprozesses. Dort gilt prinzipiell die Unschuldsvermutung. Das bedeutet, dass vor Gericht so lange von der Unschuld des Täters auszugehen ist bis bewiesen wurde, dass er tatsächlich diese Tat begangen hat.

Es gibt aber nirgends die Pflicht dass man gegenüber den Vergewaltigungsopfer oder auch jenen, die behaupten vergewaltigt worden zu sein (also solche Fälle wo die Täter aus welchen Gründen auch immer nicht angezeigt oder verurteilt wurden, sodass es rein juristisch keine Vergewaltigung ist), prinzipiell davon ausgeht dass sie lügen. Das ist genau der Fehler. Man darf nicht im Umgang mit diesen Menschen die strafrechtlichen Prinzipien anwenden. Ich finde man sollte jemandem, der eine Vergewaltigung berichtet, erst einmal glauben und davon ausgehen dass es nicht gelogen ist.

Mein Roman – Coming soon!

Ich war auch mal von der Idee besessen einen Roman zu schreiben. Hatte sogar schon das Konzept einigermaßen im Kopf, und begann ganz wild damit die ersten Seiten zu schreiben.

Hier mal der Anfang meines Werkes:

Gerade von der Schule nach Hause gekommen stürzte Vanessa ausgezehrt von den 8 Schulstunden, die sie jeden Freitag überstehen muss, bevor sie endlich in das Wochenende entlassen wird, in ihr Zimmer um ihr Schulzeug abzuladen und sich recht bald für die Nacht herzurichten. Ob ihre Mutter zuhause war, wusste sie nicht. Sie hatte es sich mittlerweile abgewöhnt nach ihr zu rufen, denn meistens erfolgte darauf ohnehin keine Antwort. Und wenn sie doch einmal in der Wohnung war, dann schlief sie sowieso bis spät Abends. Barfüßig tappte Vanessa auf die kalten Steinfliesen, die den Boden des kleinen Badezimmers zierten. Sie hatte sich in ihrem Zimmer bereits umgekleidet und die etwas bequemere graue Jogginghose angezogen, in die sie sich immer wirft wenn sie gerade einen langen Schultag hinter sich hatte. Ihren BH hatte sie außerdem abgelegt und über ihren nackten Oberkörper zog sie ein für ihren kleinen Körper viel zu großes T-Shirt. Als sie es erblickt hatte überlegte sie kurz, woher dieses Kleidungsstück eigentlich stammen könnte. Es musste wohl einem ihrer Ex-Freunde gehört haben.

Vanessa hatte ihre legère Freizeitkleidung noch keine 20 Minuten am Körper, schon warf sie ihre Sachen wieder von sich. Mit hastigen Bewegungen zerrte sie sich ihre Jogginghose sowie ihr T-Shirt und ihre Unterwäsche vom Leib. Völlig nackt huschte sie dann nochmal schnell in ihr Zimmer, ging an ihrem Bett vorbei an ihren Holzschrank und suchte sich passende Kleidung für ihre Vorhaben heraus. Ein rotes Höschen und darüber eine enge Jeanshose. Außerdem legte sie sich noch einen zum Höschen passenden BH und ein quergestreiftes Top mit einem tiefen Ausschnitt heraus und nahm das dann mit ins Badezimmer wo sie es dann auf einen kleinen Hocker schmiss, der neben dem Waschbecken stand, und flitzte danach unter die Dusche. Da um diese Uhrzeit meistens keiner mehr in der Wohnung war, hatte sie es sich abgewöhnt die Badzimmertür zu schließen wenn sie sich duschte. Es vergingen einige Minuten bis das 15-jährige Mädchen den blauen Duschvorhang mit den kleinen Quadraten darauf beiseite schob und damit begann ihre dunkelbraunen Haare, und später ihre sanfte Haut von dem Wasser zu trocknen. Als sie fertig war, legte sie ihre Unterwäsche und ihre Abendgarderobe an, und begann sich vor dem runden Spiegel hinter dem Waschbecken, zu schminken. Eifrig bediente sie sich aus dem kleinen weißen Schminkkästchen ihrer Mutter. Nach etwa 15 Minuten hatte sie sich von einem süßen, unschuldigen Kind zu einer attraktiven jungen Frau verwandelt.

Als Vanessa etwa ein halbes Jahr zuvor zum ersten mal mit einigen ihrer Freundinnen die Kosmetika ihrer Mutter entdeckt hatte und die Mädchen sogleich begonnen hatten damit fröhlich zu experimentieren, war sie zunächst erschreckt als sie bemerkte, welch ungeheure Metamorphose ihr Erscheinungsbild mithilfe von Eyeliner, Cajal und Lippenstift durchgemacht hatte. Doch inzwischen hatte sie sich nicht nur daran gewöhnt, dass sie dank der Schönheitsartikel eine ganz andere Person werden konnte, sie hatte außerdem gelernt gezielt und geschickt das Make-up aufzutragen um die weiblichen Reize ihrer bildhübschen, aber zugleich doch noch eher kindlichen Ausstrahlung, herauszuputzen. Es war eine Stütze für ihr Selbstwertgefühl, zu wissen dass sie älter aussieht, und damit wohl auch attraktiver ist als ihre Freundinnen oder ihre Klassenkameradinnen. Immerhin war sie es, die mit ihrem Körper dazu in der Lage war, die Schwärme all ihrer Klassenkameradinnen, um den Finger zu wickeln. Und das gab Vanessa Sicherheit und Selbstvertrauen. Und dieses präsentierte sie auch nicht gerade selten. Dass sie sich allen anderen überlegen fühlte, wurde in jeder Handbewegung die sie machte, in jedem Schritt, den sie ging deutlich. In der Schule erhob Vanessa den ständigen Anspruch darauf ein Alpha-Weibchen zu sein. Wenn sie etwas sagte, dann war das Gesetz in ihrer Klasse. Einige Mitschülerinnen, diejenigen, die für Vanessa ohnehin keiner Beachtung wert waren, waren der Auffassung Vanessa sei arrogant und eingebildet. Zu sagen traute sich das allerdings niemand, da ihre Reaktion meist sehr aggressiv war.

Im Rahmen einer ganz normalen Auseinandersetzung – Vanessa hatte sich einen Stift von einer Mitschülerin ausgeliehen, den sie jedoch nicht wieder zurückgegeben hatte – hatte eine Mitschülerin sie beschuldigt, den Stift absichtlich einbehalten zu haben, was Vanessa dazu trieb ihr übelste Beschimpfungen an den Kopf zu werfen. Als das Mädchen dann entgegensetzte dass Vanessa eine arrogante Schlampe sei, die eh keine richtigen Freunde habe, eskalierte die Situation. Vanessa stürzte auf ihre Mitschülerin, zog diese an ihren Haaren und schlug einige Male auf sie ein. Das überraschte und in diesem Moment wehrlose Mädchen brach nach diesem Angriff in Tränen aus und ließ sich in der darauf folgenden Schulpause vom Unterricht befreien und von ihren Eltern abholen.

Zum Glück für Vanessa waren in jenem Augenblick, als sie über ihre Mitschülerin herfiel, keine Lehrkräfte im Klassenzimmer gewesen. So konnte sie vor negativen Konsequenzen völlig davonkommen. Nicht, dass es Vanessas Opfer nicht versucht hätte, am nächsten Tag die Klassenlehrerin über das Geschehene zu informieren. Doch als der Tathergang von der Lehrkraft aufgeklärt werden sollte, offenbarte sich ein erschreckendes Bild. Die fünf besten Freundinnen aus Vanessas Clique schützten sie, indem sie der Lehrkraft unter Eid versichert hatten, dass Vanessa die ihr zur Last gelegte Tat niemals begangen hatte. Dagegen standen etwa drei Schülerinnen, die das schilderten, was tatsächlich stattgefunden hatte. Die restlichen Schülerinnen hielten sich zurück, und die Mitschüler hatten sowieso ganz andere Beschäftigungen als dem Unterricht zu folgen. Was hätte die Lehrkraft unter diesen Umständen anderes tun können, als die ganze Streitsache mit einigen mahnenden Worten beizulegen und anschließend eine kleine Moralpredigt hinterherzuwerfen. Scheinmoral. Denn immerhin hatte gerade eine Lehrkraft im Grunde eine brutale Tat gegen eine ihrer Schülerinnen legitimiert. Es müssen eben nur mehr Zeugen auf der Seite des Täters stehen als auf der Seite des Opfers. Und das war für ein charismatisches, hübsches und sozial gut integriertes Mädchen wie Vanessa kein Problem. Sie hatte eine feste Clique, bei der sie das Führungsweibchen war, hatte darüber hinaus viele Kontakte zu Schul- und Klassensprechern, und hatte außerdem – wie sie immer wieder selbstsicher erkannte – viele Bewunderer. Immer wenn sie es bemerkte, wie Schüler aus den höheren Stufen – sofern sie nicht aussahen wie Streber – auf ihren Körper schauten, fühlte sie sich in ihrem ganzen Wesen bestätigt. Sie war das It-Girl ihrer Schule. Es wurde über sie geredet, und das mochte sie – vor allem wenn es die großen Jungs taten. Ein schlechtes Gewissen kannte Vanessa nicht. Wer sie angriff, hatte es doch nur verdient fertig gemacht zu werden.

Diese Sachlage legt wohl die Forderung nahe, die Ausbildung zur Lehrkraft an Deutschen Schulen um den Erwerb kriminalistischer Kenntnisse zu erweitern, damit derlei Taten sowohl durch eine rigorose Aufklärung durch die zuständigen Lehrkörper sowie Vorbeugung durch eine Abschreckung der Schüler, die vermutlich angesichts der Gewissheit, ihre Lehrer würden ihre Gräueltaten ohnehin aufdecken, jegliche Schandtat unterließen, vermieden werden. Da eine derartige Praxis jedoch aufgrund der in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehenden monetären Mittel für das Bildungssystem kaum umsetzbar wäre, wollen wir diesen Gedanken als Utopie abstempeln und im Verlaufe des Werkes nicht weiter beachten.

Das Make-up war aufgetragen, ihre Lippen waren blutrot und ihre blauen Augen strahlten inmitten einer feingezeichneten Silhouette schwarzen Eye-Liners. Vanessa blickte in den Spiegel und sogleich war ihr, als sähe sie ein Designer Model vor sich. Selbstverliebt stand sie noch einige Augenblicke vor dem Spiegel und wendete ihr Gesicht einige male hin und her und untersuchte die Maske aus Puder nochmals auf Unstimmigkeiten.

Die unendliche Kurzgeschichte

Und so saß ich also an meinem Schreibtisch und schrieb so vor mich hin, und tat denn so als ergäbe mein unleserliches Gekritzel irgend einen Sinn. Plötzlich meldeten sich meine Eingeweide. Es schien zu grummeln in meiner Magengegend und ich wurde durch dieses so bewundernswert klingende, Organ, behilfs seines katzenartigen Schnurrens, wie man es nur daher kennt, wenn man die gemeine Hauskatze streichelt, daran erinnert, dass ich an jenem Tage noch nichts gegessen hatte. Auch rational schien mir dies kaum erklärbar zu sein, immerhin war es schon nach 12 Uhr. Und so beschloss ich, nicht nur aus Gründen der Sättigung, sondern vielmehr aufgrund der auflockernden Einflüsse, welche diese Frucht auf den sonst gelegentlich harten Stuhlgang (welcher in dieser Form beim Herausdrücken durchaus schmerzhafte Reize im Analsphinkter auszulösen im Stande ist), einen Apfel zu verzehren. Ich ging also wie schon so oft zuvor ich es getan hatte zum Obstbehältnis in der Küche und bediente mich der saftigen, hellrot schimmernden Frucht, indem ich sie mit einer Hand ergriff. Konnte ich denn zu diesem Augenblick schon geahnt haben, was mir dieses Geschenk der Natur für ein unglaubliches Abenteuer ankündigen sollte?

Geschwind zog ich mich aus dem öffentlichen Lichte des Küchenfensters zurück um in aller Ruhe jene Leibesfrucht des Apfelbaumes, der so stolz in unserem Vorgarten emporragt, und dessen vom Smog der Innenstadt völlig vergilbten Blätter im Sonnenlicht, welches durch das riesige Ozonloch über unseren kahlen, depressiven Köpfen, goldgelb glitzerten, wenn der saure Regen langsam von ihnen abperlte, als handelte es sich bei den Regentropfen um kleine Tränen, wie sie den Kindern aus den Augen kommen, wenn sie von ihren Eltern vermöbelt wurden. Welch Genuss. Dieser Apfel. Ein Gaumenschmaus!

Bis auf einen kleinen Rest, welcher sich in Form eines Zylinders darstellte, und der die Kerne der Frucht enthielt, hatte ich das saftige Fruchtfleisch bereits verzehrt, und war bereits in freudiger Erwartung eines lockeren und gut auspressbaren Stuhlganges, der erfahrungsgemäß in der Folge des Verzehrs nie besonders lange auf sich hatte warten lassen. Ich legte in weiser Voraussicht bereits Zeitung und post-moderne Lektüre, welches nichts anderes ist als eine euphemistische Umschreibung für Pornographisches Material, welches es mir während dem Herauspressen der Fäzes ermöglichte zugleich weitere elementare Bedürfnisse meiner tierischen Natur zu befriedigen, neben die (von außen!) weiß schillernde Kloschüssel, und stellte mir darüber hinaus eine leckere Tüte Knabberspaß dazu, welche ich mir, während meiner zum Teil durchaus langwierigen Aufenthalte auf dem stillen Örtchen, zu gönnen pflegte. JAMMI!

Doch bevor ich dieses Schauspiel aus gastrointestinaler Erleichterung und testinalen Ergusses beginnen konnte, musste ich zunächst die Überbleibsel des Apfels entsorgen, welche vom Schmausen noch zurück geblieben waren. Ich zögerte nicht lange, und da mich die Erfahrung gelehrt hatte, Äpfelreste nicht im Mülleimer aufzubewahren – denn da ich den Müll nur in sehr großen zeitlichen Abständen entleere, würden organische Überreste dem natürlichen Verwesungsprozess obliegen, was in der Folge wenig erquickende Düfte im Raume meines Wohlbefindens zu erzeugen im Stande wäre – beschloss ich den Müll quer über die Straße in den Garten unserer auf der gegenüberliegenden Seite der Straße wohnhaften Nachbarn zu schleudern. Natürlich war mir die Gefahr bewusst, dass theoretisch die Möglichkeit bestand, dass die Kerne des Apfels dort aussprossen könnten, und ich damit im Grunde indirekt der Zeuger eines Lebewesens wäre, für das ich die Verantwortung zu übernehmen gehabt hätte. Doch angesichts der bereits genannten Alternativen war ich bereit auch diesen Schritt zu gehen.

Doch konnte ich nicht ahnen, dass die Welt danach nie wieder dieselbe sein würde.

Ich hatte Glück. Das Fenster war bereits geöffnet, und die Abenddämmerung hatte die Stadt in einem schwarzen Meer voller immer mal wieder aufleuchtender Lichtquellen, zurückgelassen. Also holte ich, den Apfelrest fest in meiner Hand fixiert, mit meinem rechten Arm aus, und war willens diesen

Gegenstand mit all meiner Energie aus dem geöffneten Fenster hinaus zu schleudern. Ich ließ meinen Arm also nach vorne schnellen, und dachte noch „Ja, das hast du wunderbar gemacht.“. Denn in der Tat! Die Richtung, die ich mit dieser ballistischen Bewegung graziler Lokomotionsadaptivität angepeilt hatte prädestinierte eine optimale Flugbahn. Und so schnellte mein Arm nach vorne und bereits bevor der Apfel meine Hand verlassen hatte, jedoch bereits nachdem der sogenannte Point of no Return, also derjenige Punkt, an dem das Schicksal der Wurfbewegung noch hätte beeinflusst werden können, überschritten war, begriff ich, dass das Fenster noch von einem Fliegengitter aus elastischem Material bespannt war. Noch während der Wurfbewegung gelang es mir mit einem Hechtsprung zum Fenster zu eilen um das Fliegengitter herunter zu reißen, sodass der Apfel den Weg durch diese rechteckige Öffnung, welche von den Bauarbeitern zwecks Befensterung im Mauerwerk frei gelassen wurde – die Bauarbeiten wurden erheblich verzögert, da die Handwerker in einem arithmetischen Mittel von etwa 40% im ethanolinduzierten Delirium verweilt hatten – finden konnte. Entgegen aller physikalisch begründeten Erwartungen war es mir also gelungen in die unmittelbare Nähe jenes Fensters zu gelangen, sodass die Reichweite meiner Extremitäten es mir hätte ermöglichen können, den geplanten Prozess, nun doch noch in der, in meiner Planung imaginierten Form, ablaufen zu lassen.

In diesem Moment kam ein fliegender Hund durch die Tür in das Zimmer, und forderte mich auf auf seinen Rücken aufzusteigen. Es hätte unmöglich sein können, dass der Köter durch die Türe in das Haus gelangt war, also stieg ich auf, und flog mit ihm hinfort. Hoch über den Wolken zeigte er mir die große weite Welt und er tauchte mit mir über das Güllebecken des städtischen Klärwerkes in die Welt der Kanalisation ein, welche so manche Wunder beherbergte. Eine wunderbare Erfahrung, die es mir erlaubte, die Welt der Defäkation von der anderen Seite zu betrachten. Er führte mich durch die Rohre des Abwassersystems in mein wohliges Badezimmer, wo bereits meine Lektüre und mein Knabberspaß auf mich wartete. Der fliegende Hund hatte sich gerade aufgelöst, da meldete sich auch mein Enddarm zur Austreibung des Apfels, welche in der Folge beginnen sollte.

Kaum war ich fertig, eilte ich an den Schreibtisch und bemerkte, dass die Überreste des Apfels verschwunden waren. Es war alles so wie ich es in Erinnerung hatte. Nichts von all dem, was ich dachte erlebt zu haben, schien Spuren hinterlassen zu haben. Ich war verwirrt, und beschloss meine Gedanken niederzuschreiben.

Und so saß ich also an meinem Schreibtisch und schrieb so vor mich hin, und tat denn so als ergäbe mein unleserliches Gekritzel irgend einen Sinn. Plötzlich meldeten sich meine Eingeweide. Es schien zu grummeln in meiner Magengegend und ich wurde durch dieses so bewundernswert klingende, Organ, behilfs seines katzenartigen Schnurrens, wie man es nur daher kennt, wenn man die gemeine Hauskatze streichelt, daran erinnert, dass ich an jenem Tage noch nichts gegessen hatte. Auch rational schien mir dies kaum erklärbar zu sein, immerhin war es schon nach 12 Uhr. Und so beschloss ich, nicht nur aus Gründen der Sättigung, sondern vielmehr aufgrund der auflockernden Einflüsse, welche diese Frucht auf den sonst gelegentlich harten Stuhlgang (welcher in dieser Form beim Herausdrücken durchaus schmerzhafte Reize im Analsphinkter auszulösen im Stande ist), einen Apfel zu verzehren. Ich ging also wie schon so oft zuvor ich es getan hatte zum Obstbehältnis in der Küche und bediente mich der saftigen, hellrot schimmernden Frucht, indem ich sie mit einer Hand ergriff. Konnte ich denn zu diesem Augenblick schon geahnt haben, was mir dieses Geschenk der Natur für ein unglaubliches Abenteuer ankündigen sollte?

Geschwind zog ich mich aus dem öffentlichen Lichte des Küchenfensters zurück um in aller Ruhe jene Leibesfrucht des Apfelbaumes, der so stolz in unserem Vorgarten emporragt, und dessen vom Smog der Innenstadt völlig vergilbten Blätter im Sonnenlicht, welches durch das riesige Ozonloch über unseren kahlen, depressiven Köpfen, goldgelb glitzerten, wenn der saure Regen langsam von ihnen abperlte, als handelte es sich bei den Regentropfen um kleine Tränen, wie sie den Kindern aus den Augen kommen, wenn sie von ihren Eltern vermöbelt wurden. Welch Genuss. Dieser Apfel. Ein Gaumenschmaus!

Bis auf einen kleinen Rest, welcher sich in Form eines Zylinders darstellte, und der die Kerne der Frucht enthielt, hatte ich das saftige Fruchtfleisch bereits verzehrt, und war bereits in freudiger Erwartung eines lockeren und gut auspressbaren Stuhlganges, der erfahrungsgemäß in der Folge des Verzehrs nie besonders lange auf sich hatte warten lassen. Ich legte in weiser Voraussicht bereits Zeitung und post-moderne Lektüre, welches nichts anderes ist als eine euphemistische Umschreibung für Pornographisches Material, welches es mir während dem Herauspressen der Fäzes ermöglichte zugleich weitere elementare Bedürfnisse meiner tierischen Natur zu befriedigen, neben die (von außen!) weiß schillernde Kloschüssel, und stellte mir darüber hinaus eine leckere Tüte Knabberspaß dazu, welche ich mir, während meiner zum Teil durchaus langwierigen Aufenthalte auf dem stillen Örtchen, zu gönnen pflegte. JAMMI!

Doch bevor ich dieses Schauspiel aus gastrointestinaler Erleichterung und testinalen Ergusses beginnen konnte, musste ich zunächst die Überbleibsel des Apfels entsorgen, welche vom Schmausen noch zurück geblieben waren. Ich zögerte nicht lange, und da mich die Erfahrung gelehrt hatte, Äpfelreste nicht im Mülleimer aufzubewahren – denn da ich den Müll nur in sehr großen zeitlichen Abständen entleere, würden organische Überreste dem natürlichen Verwesungsprozess obliegen, was in der Folge wenig erquickende Düfte im Raume meines Wohlbefindens zu erzeugen im Stande wäre – beschloss ich den Müll quer über die Straße in den Garten unserer auf der gegenüberliegenden Seite der Straße wohnhaften Nachbarn zu schleudern. Natürlich war mir die Gefahr bewusst, dass theoretisch die Möglichkeit bestand, dass die Kerne des Apfels dort aussprossen könnten, und ich damit im Grunde indirekt der Zeuger eines Lebewesens wäre, für das ich die Verantwortung zu übernehmen gehabt hätte. Doch angesichts der bereits genannten Alternativen war ich bereit auch diesen Schritt zu gehen.

Doch konnte ich nicht ahnen, dass die Welt danach nie wieder dieselbe sein würde.

Ich hatte Glück. Das Fenster war bereits geöffnet, und die Abenddämmerung hatte die Stadt in einem schwarzen Meer voller immer mal wieder aufleuchtender Lichtquellen, zurückgelassen. Also holte ich, den Apfelrest fest in meiner Hand fixiert, mit meinem rechten Arm aus, und war willens diesen

Gegenstand mit all meiner Energie aus dem geöffneten Fenster hinaus zu schleudern. Ich ließ meinen Arm also nach vorne schnellen, und dachte noch „Ja, das hast du wunderbar gemacht.“. Denn in der Tat! Die Richtung, die ich mit dieser ballistischen Bewegung graziler Lokomotionsadaptivität angepeilt hatte prädestinierte eine optimale Flugbahn. Und so schnellte mein Arm nach vorne und bereits bevor der Apfel meine Hand verlassen hatte, jedoch bereits nachdem der sogenannte Point of no Return, also derjenige Punkt, an dem das Schicksal der Wurfbewegung noch hätte beeinflusst werden können, überschritten war, begriff ich, dass das Fenster noch von einem Fliegengitter aus elastischem Material bespannt war. Noch während der Wurfbewegung gelang es mir mit einem Hechtsprung zum Fenster zu eilen um das Fliegengitter herunter zu reißen, sodass der Apfel den Weg durch diese rechteckige Öffnung, welche von den Bauarbeitern zwecks Befensterung im Mauerwerk frei gelassen wurde – die Bauarbeiten wurden erheblich verzögert, da die Handwerker in einem arithmetischen Mittel von etwa 40% im ethanolinduzierten Delirium verweilt hatten – finden konnte. Entgegen aller physikalisch begründeten Erwartungen war es mir also gelungen in die unmittelbare Nähe jenes Fensters zu gelangen, sodass die Reichweite meiner Extremitäten es mir hätte ermöglichen können, den geplanten Prozess, nun doch noch in der, in meiner Planung imaginierten Form, ablaufen zu lassen.

In diesem Moment kam ein fliegender Hund durch die Tür in das Zimmer, und forderte mich auf auf seinen Rücken aufzusteigen. Es hätte unmöglich sein können, dass der Köter durch die Türe in das Haus gelangt war, also stieg ich auf, und flog mit ihm hinfort. Hoch über den Wolken zeigte er mir die große weite Welt und er tauchte mit mir über das Güllebecken des städtischen Klärwerkes in die Welt der Kanalisation ein, welche so manche Wunder beherbergte. Eine wunderbare Erfahrung, die es mir erlaubte, die Welt der Defäkation von der anderen Seite zu betrachten. Er führte mich durch die Rohre des Abwassersystems in mein wohliges Badezimmer, wo bereits meine Lektüre und mein Knabberspaß auf mich wartete. Der fliegende Hund hatte sich gerade aufgelöst, da meldete sich auch mein Enddarm zur Austreibung des Apfels, welche in der Folge beginnen sollte.

Kaum war ich fertig, eilte ich an den Schreibtisch und bemerkte, dass die Überreste des Apfels verschwunden waren. Es war alles so wie ich es in Erinnerung hatte. Nichts von all dem, was ich dachte erlebt zu haben, schien Spuren hinterlassen zu haben. Ich war verwirrt, und beschloss meine Gedanken niederzuschreiben.

Und so saß ich also an meinem Schreibtisch und schrieb so vor mich hin, und tat denn so als ergäbe mein unleserliches Gekritzel irgend einen Sinn….