Feminismus? Fetischismus? Faschismus! – Der Tragödie zweiter Teil

Basierend auf dem vorangegangenen Artikel mit dem Titel „Feminismus? Fetischismus? Faschismus!“ möchte ich in diesem Beitrag auf die Fragen eingehen, die bislang noch unbeantwortet geblieben waren.

In dem Beitrag hatte ich über eine feministische – so zumindest bezeichnet sie sich selbst – Bloggerin berichtet, die ganz augenscheinlich wenig davon hält bei der Formulierung ihrer – hirnrissigen – gesellschaftsphilosophischen Thesen die Kapazitäten ihres Gehirns vollumfänglich auszuschöpfen.

Um Ihnen noch einmal einen Überblick über die – bis dato – behandelten Inhalte zu geben, hat unsere Medienredaktion eine Zusammenfassung in Form eines Videos zusammengestellt, in der Sie sich die ganze Dramatik, die mit diesem Thema vergesellschaftet ist, zu Gemüte führen können.

Um nun aber zum Wesentlichen zu kommen, greife ich noch einmal die Fragen auf, deren Beantwortung ich Ihnen – werter Leser – zuletzt noch schuldig geblieben war.

  1. Gibt es diese Verbindung zwischen Feminismus und radikalen/extremen ideologischen Konzepten (z.B. Rassismus, Sozialdarwinismus, Misandrie) tatsächlich?
  2. Und wenn ja: welche Ursachen stecken dahinter?

Ich gebe zu: so ein tumblr Blog ist nun für sich genommen eigentlich noch kein Anlass um wirklich ernsthafte Bedenken hinsichtlich einer menschenverachtenden Radikalisierung des Feminismus zu entwickeln. Normalerweise würde ich einem solchen Produkt fehlgeschalteter Synapsen – wie es der pseudo-wissenschaftlich eugenische Denkansatz der zitierten Bloggerin darstellt – auch keinerlei Bedeutung zukommen lassen. Hätte es da nicht den Fall Aurora Rodríguez gegeben.

Konkret handelt es sich dabei um einen längst in Vergessenheit geratenen Mordprozess gegen eben jene Auroa Rodríguez. Ich werde auf die wesentlichen Kernaspekte, die im Zusammenhang mit diesem Prozess von Bedeutung sind, noch genauer eingehen. Was ich vorweg allerdings erwähnen will: Aurora Rodríguez ermordete nicht irgendwen. Sondern ihre eigene Tochter, Hildegart Rodríguez. Nun wird sich der geneigte Leser aber natürlich noch immer die Frage stellen, was das alles jetzt mit Feminismus zu tun haben soll.

Ich möchte Ihnen zur Einführung in die tiefergehende Auseinandersetzung mit diesem Thema daher zunächst den – in meinen Augen – überaus interessanten Trailer eines relativ unbekannten Filmprojektes mit dem Titel „Hildegart oder Projekt: Superwoman“ aus dem Jahre 2016 ans Herz legen.

So. Nun habe ich Ihnen – werter Leser – allerdings genug diffuse, bisweilen gar zusammenhanglos anmutende Informationen dargeboten. Um an dieser Stelle einmal eine gewisse Zäsur zu machen, komme ich jetzt zum konkreten Punkt.

Und zwar handelt es sich bei dem Fall, auf den ich bereits zuvor hingewiesen hatte, um ein historisches Fallbeispiel – datiert auf das Jahr 1933 – für eine spezielle Art der weiblichen Perversion, auf das ich erstmals im Rahmen meiner Studien auf dem Feld der Sexualmedizin, aufmerksam wurde. Dieses behandelt die Geschichte der Spanierin Aurora Rodríguez.

Diese beginnt mit dem Tode ihrer Mutter, welcher sich zutrug als Aurora gerade in der Pubertät ist. Tatsächlich empfindet sie das Ableben ihrer Mutter weniger als Trauma, sondern – so zumindest wird es im Werk „Sexualmedizin – Beier, Bosinski, Loewit“ geschildert – vielmehr als Befreiung. Als Aurora 18 Jahre alt ist verstirbt auch der Vater. Aurora – nun auf sich alleine gestellt – geht ihren Weg, und bewerkstelligt es bis zu ihrem 23. Lebensjahr finanziell stabil auf eigenen Beinen zu stehen. Neben ihrer finanziellen Unabhängigkeit strebt Aurora auch nach ideologischer Entwicklung, und arbeitet sich durch den intellektuellen Dschungel zeitgenössischen Materials mit Hauptaugenmerk auf feministische Gesellschaftstheorien. Im Zuge dieser gesellschaftswissenschaftlichen Horizonterweiterung entwickelt sie auch ihr eigenes Weltbild und wird unterdessen zu einer überzeugten Feministin. Zu analysieren ist diese Entwicklung vor dem kulturhistorischen Hintergrund der spanischen Gesellschaft und der Rolle der Frau innerhalb derselben, während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Um dieses in aller Kürze auf einige wenige Worte herunter zu brechen: Von Gleichberechtigung – keine Spur. Geprägt von den erzkonservativen Paradigmen der katholischen Kirche, beschränkte sich der gesellschaftliche Radius, welcher der einfachen Frau zugewiesen war, auf die Erledigung häuslicher Arbeiten und wurde bestenfalls durch den alltäglichen Kirchengang für einen begrenzten Zeitraum durchbrochen. Insbesondere in den niedrigeren sozialen Schichten konnten viele Familien ihren Unterhalt des weiteren nur dadurch bestreiten, dass die Hausfrauen neben ihrer Arbeit in den heimischen vier Wänden sich zusätzlich in Manufakturen (z.B. der Textilindustrie) oder als Dienstmädchen wohlhabenderer Haushalte betätigten, um ihr Einkommen aufzubessern. Natürlich nicht weil sie daran Spaß hatten, sondern vielmehr weil die Not dazu zwang.

Als dann 1936 ein Militärputsch, unter der Führung des autoritär geprägten Agitators Francisco Franco das Ende der sogenannten 2. Republik – so bezeichnet man jene politische Epoche, in der die, im vorangegangenen Absatz skizzierten, sozialen Zustände das Bild der spanischen Gesellschaft prägten – einleitete, lag eine, alle ideologische und gesellschaftliche Lager durchziehende, Hoffnung auf politischen Umbruch in der Luft. Zwar erlangte in der Folge des Militärputsches mit Franco ein autoritär-konservativ veranlagter Diktator, die alleinige politische Macht in Spanien. Doch innerhalb der spanischen Bevölkerung kristallisierten sich im gleichen Zug auch antagonistische, antifaschistische bzw. sozialistische Interessensgemeinschaften heraus, die gegen die Franco-Diktatur kämpften. Nicht zuletzt war es ja auch dieser Konflikt, der letztlich in den Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges mündete.

Die Ideologien, die sich im Zusammenhand dieses Bürgerkrieges entwickelten waren es dann auch, die einen militanten, sozialistischen Feminismus hervorbrachten. Aus den sozialistischen Gruppierungen gingen zahlreiche Frauenorganisationen hervor. In den spanischen Großstädten beteiligten sich junge feministische Sozialistinnen – die sogenannten „milicianas“ – aktiv an bewaffneten Straßenkämpfen.

Vor dem Hintergrund dieser politischen Zeitumstände, ist auch – um wieder zum Leitgedanken des Artikels zurück zu kehren – der ideologische Selbstfindungsprozess der jungen Aurora Rodríguez zu betrachten. Denn auch sie entwickelte sich – wenn auch schon gut 20 Jahre vor der Machtergreifung Francos – zu einer radikalen Feministin.

Getrieben von dem Wunsch, das weibliche Rollenverständnis von einer unmündigen Haushaltshilfe, Gebärmaschine oder des sexuellen „Gebrauchsgegenstandes“, zu revolutionieren, propagierte Aurora Rodréguez die Vision von einer Gesellschaft, in der der Frau eine Bedeutung als – sowohl intellektuell als auch hierarchisch – privilegiertem, herrschenden Überwesen zukommen sollte, während sich die Funktion des Mannes auf diejenige des physiologischen Samenspenders beschränken sollte. Frauen sollten – ihren Überlegungen entsprechend – aus dem Pool dieser „Samenspender“ dann diejenigen, die das beste Erbmaterial bereitstellten, für die Zucht ihrer Nachkommen heraus selektieren. Man kann ihre Vorstellungen also zusammenfassend folgendermaßen beschreiben: Während männliche Nachkommen zu unterwürfigen, unmündigen Samenspendern erzogen werden, sollte den weiblichen von Anfang an eine elitäre kulturelle sowie intellektuelle Förderung zukommen, um ein matriachal organisiertes System, welches durch eine weibliche Herrschaftselite angeführt wird, aufrecht zu erhalten.

Genau diese Theorie setzte Aurora dann auch in die Praxis um. In einer Zeitung inserierte sie die Suche nach einem „physiologischen Mitarbeiter“ – so nannte sie den Mann, der als Zeuger ihrer Tochter fungieren sollte – für ihr „Projekt“. Und sie wurde fündig. Und schwanger.

Ihre Tochter – Hildegart Rodríguez – wurde zu ihrem „Meisterwerk“. Aurora ignorierte alles das, was gemeinhin über die Erziehung eines Kindes als „richtig“ angesehen wurde. Vom ersten Tag ihres Lebens an wurde Hildegart zu einer „Überfrau“ erzogen. Als Hildegart drei Jahre alt ist erwirbt sie ein Zertifikat über Maschinenschreibkenntnisse. Sie wird eingeschult bevor sie das fünfte Lebensjahr vollendet. Überspringt einige Klassen. Mit acht Jahren beherrscht Aurora 6 Sprachen. Mit 13 Jahren beginnt sie ein Jurastudium und fängt an politische Artikel für sozialistische Zeitungen zu verfassen. Als Teenager wird sie die Anführerin der Sozialistischen Arbeiterpartei. Noch bevor sie volljährig ist, doziert sie Philosophie an Universitäten, verfasst bedeutende politische Schriften, in denen sie sich mit Themen wie Marxismus, Feminismus und der sexuellen Revolution auseinandersetzt.

Insbesondere ihre Überlegungen bezüglich der sexuellen Reformierung führten dazu, dass sie mit dem angesehnen, britischen Sexualforscher Havelock Ellis in Kontakt tritt, mit dem sie ebenso im Schriftverkehr stand wie auch vielen weiteren bekannten Persönlichkeiten der europäischen Bildungselite. Unter diesen befand sich auch der britische Autor, Herbert George Wells, welcher Hildegart während eines Besuches in Madrid, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter lebte, das Angebot unterbreitete ihn nach London zu begleiten um dort als seine Sekretärin zu arbeiten. Sie lehnte ab.

Diese Offerte Wells‘, Hildegart nach London zu holen, basierte auf seiner Intention, der jungen Frau die Möglichkeit zu verschaffen, ihren eigenen, unabhängigen Weg einzuschlagen. Denn in der Folge des Schrifverkehrs, den er mit Hildegart gepflegt hatte, hatte er erkannt, dass das heranwachsende Mädchen unter dem massivem Einfluss der Mutter, in seiner individuellen Entwicklung erheblich eingeschränkt wurde.

Mit zunehmendem Alter wurde dieser Umstand letztlich auch Hildegart immer mehr bewusst. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis erwächst schließlich in ihr der Wunsch, sich von der Macht, über die ihre Mutter seit ihrer Kindheit, verfügt hatte, allmählich los zu lösen. Sie beginnt, ihre Kleidung und ihren Schmuck selbst auszusuchen. Sie schließt eigene Freundschaften, fängt an immer mehr Zeit mit Menschen zu verbringen, die ihr sympathisch sind und findet zuletzt auch ihre erste große Liebe.

Vor Gericht wird Aurora Rodríguez später aussagen: „Fremde nahmen Besitz von meiner Tochter“.  Der zunehmende Kontroll- und damit einhergehende Machtverlust, der aus den Unabhängigkeitsbemühungen ihrer Tochter resultierte, entwickelt sich immer mehr zu einem Konflikt. Aurora, deren gesamtes Leben seit der Geburt ihrer Tochter ausschließlich der Schöpfung ihres „großen Werkes“, wie sie Hildegart im Rahmen des Prozesses bezeichnen wird, widmete, litt zusehends unter der paranoiden Wahnvorstellung, man würde ihr ihre Tochter wegnehmen wollen.

In der Nacht vor der geplanten Abreise Hildegarts, die sich inzwischen dazu entschlossen hatte, in London bei dem bekannten Sexualwissenschaftler Havelock Ellis zu studieren, wird sie im Schlaf von ihrer Mutter ermordet. Vier Kugeln beenden das Leben der jungen Frau. Drei in den Kopf. Eine ins Herz.

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Die Wissenschaft der Erektion

1. Einführung

Das Verhalten des Menschen erscheint unendlich vielfältig zu sein, und das Verständnis seiner Komplexität eine Aufgabe, der selbst Naturwissenschaftler aus dem Weg gehen, und sie bevorzugt den Geisteswissenschaftlern, den Philosophen und Psychologen – kurzum den Empirikern- überlassen. Zurückzuführen sein mag dies zum einen auf die ungeahnte Vielfältigkeit der Erscheinungsformen, zum anderen aber auch auf die  generelle Unfähigkeit des Menschen sein eigenes Wesen zu hinterfragen. Dahinter vermute ich einen biologischen Mechanismus, demzufolge ein rationales Hinterfragen der eigenen Triebe im Sinne der Evolution, die ja gerade darauf beruht, dass der Mensch seinen Trieben unterworfen ist, und sich damit fortpflanzt ohne zugleich die rationale Dimension der Kohabitation zu erwägen, kontraproduktiv erscheinen würde, und daher von unserem Wesen (unserem Gehirn) strikt abgelehnt wird. Dies ist eine Auffälligkeit, welche dem geneigten Betrachter ohnehin auffallen sollte, wenn er das menschliche Wesen in seinen Seienszuständen analysiert.

Denn ebenso wie sich der Psychopath davor schützt seine Verletzlichkeit und seine emotionale Unsicherheit zu offenbaren, indem er sich selbst erfolgreich einredet und vorspielt, anderen Menschen überlegen zu sein, so scheint auch der Liebende nicht in der Lage zu sein, zu begreifen dass diese Neigung mit gewisser Wahrscheinlichkeit in einem Meer voller Leid und Trauer enden wird. Die Liebe, ebenso wie der Trieb, vernebelt also die Sinne, welches gerade für die Neurophysiologie eine attraktive Forschungsaufgabe darstellt. Die Ergebnisse unserer Forschungen werden interessante, aber auch vielfältige verstörende Aspekte zu Tage fördern.

2. Die Untersuchungsmethoden

Die Untersuchungen der menschlichen Sexualität und ihrer Ursachen, stellen nicht nur eine reine naturwissenschaftliche, sondern darüber hinaus auch eine philosophische und nicht zuletzt eine sozialpsychologische Hürde dar, die wir nehmen mussten. Keineswegs können wir uns anmaßen gerade den sozialen Anforderungen einer Diskussion um diese Komponente des menschlichen Wesens gerecht zu werden. Auf der andere Seite liegen die Stärken der von mir hier nun dargelegten Erörterungen in Bereichen der psychologischen, philosophischen und vor allem naturwissenschaftlichen Betrachtung dieser Erscheinungen.

Unsere Untersuchungen beruhen vornehmlich auch biochemischen Grundlagen, welche nur dazu befähigt sind, Zusammenhänge auf kalter naturwissenschaftlicher Ebene offen zu legen. Die reinen Zahlen und chemischen Zusammenhänge, welche uns allenfalls als Grundlage für eine nähere Betrachtung dienen konnten, mussten interpretiert werden. Diese Interpretation soll Gegenstand dieses Werkes sein. Aber auch die Tatsache, dass offenbar das was jeder von uns kennt wenn er verliebt ist, seine biochemischen und neurophysiologischen Grundlagen hat, soll im Folgenden thematisiert werden.

3. Die Ergebnisse

Nach all diesen einführenden Erläuterungen, soll nun die konkrete Komponente unserer Ergebnisse in den Fokus gerückt werden.

3.1 Vom Weibe zur Lust

Ohne nun die Homosexualität ausgrenzen zu wollen, welche jedoch in diesem Falle nicht das Ziel unserer Untersuchungen war, liegt mir in diesem Punkt etwas daran die Biochemie der Libido, also der sexuellen Lust in den Vordergrund zu rücken. Kann man ein solch überwältigendes Gefühl überhaupt rational fassen? Dies war die philosophisch geprägte Fragestellung, die ich mir zu Beginn dieser Forschungsreise stellen musste. Die Antwort lautet: „jain“. Wir können in gewisser Weise zwar durchaus unsere Kenntnisse in einen Zusammenhang, in eine kausale Kette stellen, die es uns ermöglicht einige zentrale und essenzielle Punkte auf dem Weg von Wahrnehmung zu Emotion zu verstehen. Bis ins letzte Detail befriedigend ist diese Anschauung allerdings nicht, was uns nun aber nicht daran hindern soll, eine Näherung zu wagen.

Wir orientieren uns an einem praktischen Beispiel. Man sieht eine großbusige Frau und in der Folge erleidet man eine Erektion. Offenbar ein simples Ereignis, dessen wissenschaftliche Komplexität man auf den ersten Blick nicht vermuten würde. An diesem Beispiel will ich nun in diesem Werk die tiefgreifende Komponente alltäglicher und scheinbar banaler Verhaltensmuster, über die man sich im Normalfall gar keine Gedanken macht, und die sogar darüber hinaus, insbesondere mit der Persönlichkeitsstruktur weniger komplexer menschlicher Wesen in Verbindung bringt. Ich werde nun also aufzeigen, dass man die Komplexität solcher Reaktionsbildungen verkennt, wenn man die sexuelle Erregbarkeit des männlichen Genitals auf konkrete evolutionär etablierte Sinnesreize, wie eben jene busige Frau einen darstellt, als simple, niederwertige Verhaltensantwort auffasst.

„Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, Bald Helenen in jedem Weibe.“ oder „Nachts sind alle Brüste grau“

Der erste Prozess, der natürlich stattfinden muss um eine Reaktion auf das ästhetische Bild einer wohlbusigen Menschin zu bilden, muss die visuelle Wahrnehmung derselben sein. Dieser liege distinkte physikalische Prozesse zugrunde, die zunächst grob zu erläutern sind. Die untenstehende Abbildung soll dabei behilflich sein, sich vor allem die physikalische Komponente der Wahrnehmung besser vorstellen zu können.

Zunächst einmal ist eine Lichtquelle erforderlich, welche das betrachtete Objekt mit Photonen bombardiert. Diese Photonen, welche die Teilchen sind, die in ihrer Vielzahl wisserkt(1).pdf - Adobe Acrobat Pro.jpgdem Licht entsprechen, sind letztlich energetische Wellen, welche sich mit einer charakteristischen Wellenlänge und auch Frequenz von einer Quelle ausgehend im Raum ausbreiten. Natürlich ist anders als in dieser vereinfachten Zeichnung dargestellt, die Ausbreitungsrichtung des Lichtes nicht so anschaulich, sondern vielmehr gehen die Photonen von der Lichtquelle, welche hier mit der Zahl 3 versehen wurde in alle Richtungen des Raumes. Zur besseren Anschaulichkeit wurden hier allerdings nur zwei Strahlenverläufe dargestellt, um eine verständliche Erläuterung der Grundlagen für jedermann einigermaßen zu ermöglichen. Die Lichtquelle sendet nun also Licht aus, man sagt sie emittiert Licht. Und damit auch natürlich eine gewisse Energie.¹

Diese Lichtstrahlen besitzen nun eine bestimmte Wellenlänge und sind in der Abbildung schematisiert als Pfeile dargestellt, welche von den Lichtquellen ausgehen. Diese Lichtstrahlen treffen nun auf die Oberfläche der busigen Frau, und haben dort ganz bestimmte Effekte zur Folge. Die Oberfläche der Frau besteht nämlich aus Haut, diese wiederum in ihrer äußersten Schicht aus Horn bzw. Keratin. Dieses Keratin kommt dadurch zustande dass die Hautzellen, welche von tiefer gelegenen Schichten der Haut stammen, die auf ihrem Weg zur Oberfläche absterben und dabei das von ihnen gebildete Keratin, welches so etwas wie einen schützenden Panzer darstellt, ausschütten.

Kreatin ist ein Protein, welches sich aus der Zusammenlagerung von Aminosäuren zu einem Polypeptid bildet. Dabei werden Aminosäuren miteinander in einer chemischen wisserkt(1).pdf - Adobe Acrobat Pro.jpgReaktion, miteinander verknüpft. Sind viele Aminosäuren miteinander verknüpft, so spricht man von einem Polypeptid (Poly = viele) oder auch Protein. Je nach den intramolekularen Wechselwirkungen innerhalb eines Proteins, gestalten sich auch Funktion und vor allem im Fall des Keratins von Bedeutung, Stabilität desselben. Die Bausteine der Proteine sind also Aminosäuren, die Bausteine der Aminosäuren sind Atome wie wir auf der Abbildung auch erkennen können. Wir sehen C (steht für Kohlenstoffatome), H (für Wasserstoff), O (für Sauerstoff) und N (Stickstoff), welche am Aufbau beteiligt sind. R steht immer für variable Reste. R kann also verschieden sein, während die anderen Buchstaben für Atome stehen, welche charakteristisch und auch wesentlich für die Entstehung der Struktur der Proteine sind.

Trifft nun ein Photon und damit auch Energie auf diese Atome, so führt dies dazu dass die Atome, welche nach dem dargestellten Schalenmodell Bahnen besitzen, auf denen sich Elektronen wie die Planeten um die Sonne bewegen diese Energie erst einmal absorbieren, also aufsaugen. Das führt dann dazu dass ein Elektron von einer Schale, die es im Ruhezustand einnimmt auf eine andere Schale, in die es eigentlich nicht gehört, gedrückt wird. Man kann es sich also in etwa so vorstellen, dass ein Sportler in einem Stadion auf einer kreisförmigen Bahn seine Runden dreht und er wird dann von jemandem weiter nach außen gestoßen, sodass er auf die weiter außen liegende Bahn gedrängt wird und zunächst dort weiterläuft. Ebenso wie der Sportler dann bei der nächsten Gelegenheit wieder versuchen wird auf die innere Bahn zu kommen, weil er dort natürlich einen geringeren Weg nehmen muss als auf weiter außen liegenden Bahnen, versuchen auch Elektronen wieder auf diejenige Schale zu gelangen, die für sie den energetisch günstigsten Ort darstellen.

Dafür müssen sie jedoch die aufgenommene Energie wieder abgeben. Und genau diese Energie, die dadurch abgegeben wird, wird wiederum in Form von Licht frei. Und dabei ist die Wellenlänge des frei werdenden Lichtes, also die Farbe davon abhängig welche Atome es sind, die erregt wurden. Die Farbe eines Stoffes wird also durch die atomare Zusammensetzung seines Stoffes festgelegt.

Da das busige Weib außen aus Keratin besteht, setzt sich seine Farbe aus den Atomen zusammen, welche eben am Aufbau des Keratins beteiligt sind. In der Folge hat es eine ganz charakteristische Farbe, in der das Licht nun von der Person wiederum abgegeben wird und nun dazu in der Lage ist in das Auge photon.jpg eines Betrachters einzufallen.

Auch diese vom busigen Objekt ausgesendeten Photonen können als Strahlung angesehen werden, und diese Strahlung verhält sich identisch wie die Strahlung, die von der primären Lichtquelle ausgegangen war. Nun kommt das Auge ins Spiel, welches diese Strahlung detektieren und in erster Instanz verarbeiten muss. Dazu muss zunächst das reale Bild in ein virtuelles Bild auf der Netzhaut des betrachtenden Auges umgewandelt werden. Das betrachtete Objekt muss also so verkleinert werden, dass es als Abbildung auf die Netzhaut projiziert werden kann. Es entsteht dann ein kleines, auf dem Kopf stehendes Bild auf der Netzhaut. In der dargestellten Versuchskonstellation, in der das Auge seitlich auf einen weiblichen Busen blickt, entsteht die mit 5 nummerierte Wahrnehmung, wobei zu beachten ist, dass diese umgedreht auf der Netzhaut abgebildet wurde.

Licht ist wie bereits erörtert nichts anderes als Photonen, welche insgesamt bestimmte Welleneigenschaften aufweisen, und damit eine bestimmte Farbe (also Frequenz) haben. Diese fallen nun in das Auge ein und durchlaufen zunächst den Glaskörper, also eine gallertige Masse, welche das innere des Auges ausfüllt, und fallen dann auf die Netzhaut. Dort sitzen nun Rezeptorzellen, die auf diese Lichtreize in ganz spezifischer Art und Weise reagieren.

Es existieren zunächst einmal Zapfen und Stäbchen, welche einerseits die Farberkennung ermöglichen (Zapfen) und zum anderen die Unterscheidung von Hell und Dunkel (Stäbchen) möglich machen. Das Farbensehen basiert nun darauf, dass es unterschiedliche Zapfenzellen gibt, welche auf unterschiedliche Wellenlängen ansprechen.

Um das Grundprinzip des Sehens nun zu umreißen, müssen wir grob in die Biochemie eintauchen, welche uns den Sehvorgang besser als kausale Kette von chemischen Reaktionen erklärt.

In dieser Abbildung ist links der Aufbau solcher Rezeptorzellen dargestellt. Sie besitzen ein Außensegment mit sogenannten Disks, welche nichts anderes sind als in der Zelle liegende Moleküle, die sich organisiert haben und über eine Reihe von Schritten Lichtreize in chemische Reize umwandeln, ein inneres Segment in dem andere Zellbestandteile liegen, sowie Kern und synaptische Endigung, die dann den https://i0.wp.com/www.imgbox.de/users/Timoderdicke/wisserkt1pdf___Adobe_Acrobat_Pro_.jpgLichtreiz an das angebundene Nervensystem weiterleitet. Die entscheidenden Prozesse finden allerdings nun in der Membran dieser Disks statt. Dort sitzt nämlich ein Protein, welches als Rhodopsin bezeichnet wird, und aus Opsin (Proteinanteil) und Retinal (ein Vitamin A-Abkömmlung) besteht. Retinal liegt in unerregter Form in einer Ruhekonfiguration vor (11-cis-Retinal), bei der eine Doppelbindung zwischen C-Atom 11 und 12 eine cis-Doppelbindung vorliegt. Trifft nun ein Photon auf dieses Molekül, so wird auch in diesem Fall wieder diese Energie absorbiert und führt dazu dass die Elektronen sich umlagern. In diesem konkreten Fall hat das zur Folge, dass aus dem 11-cis-Retinal das all-trans-Retinal wird, welches dann in dieser Form ein gebundenes Protein (das Tranducin) aktiviert. Das Tranducin aktiviert dann eine bis dahin inaktive cGMP-spezifische Phosphodiesterase, welche cGMP in GMP umwandelt. Dadurch wird der cGMP-Spiegel in der Zelle gesenkt. Nun ist das Ruhepotenzial der Zelle (-40mV) jedoch davon abhängig, dass stets positive Teilchen einströmen können. Und nur wenn dieses Ruhepotenzial gehalten wird, wird der Neurotransmitter Glutamat an der synaptischen Endigung ausgeschüttet, welcher dann über Nervenzellen, die ins Gehirn führen, dem Gehirn mitteilt, dass gerade kein Lichtreiz an dieser Stelle wahrgenommen wird. Wird nun cGMP gesenkt, so schließen sich in der Zellmembran Kanäle, die im Ruhezustand positive Teilchen in die Zelle lassen würden, und das Zellinnere wird demnach negativer (weniger positiv). Dieses führt dann über weitere Kanäle, deren Öffnungswahrscheinlichkeit auch von der Membranspannung abhängig ist, dazu dass Glutamat nicht mehr ausgeschüttet wird. Und gerade dieses Nicht-Ausschütten von Glutamat aus der Zelle, ist dann ein Signal dafür, dass an dieser Stelle eine Lichtreizung stattgefunden haben muss.

Das Bedeutsame an diesem Vorgang ist jedoch nun, dass ein physikalischer Effekt – nämlich eine optische Erregung der Netzhaut – der die Beschaffenheit der Umgebung wiederspiegelt, in einen chemischen Reiz umgewandelt wurde, der vom Gehirn verarbeitet werden kann.

Das Bild kann also vom Auge in das Gehirn übermittelt werden, wo nun die Verarbeitung und Reaktionsbildung stattfindet. Wir gehen davon aus, dass das wahrgenommene Bild auch im Gehirn als Abbildung über die Erregung bestimmter Nervenzellen existiert, und dass bestimmte Erregungsmuster, die nur dann stattfinden, wenn ein bestimmtes Bild entsteht, zur Reaktionsbildung führen, während andere Formen keine neuronale Antwort hervorrufen. Wird nun also die Form einer Frau im Gehirn abgebildet, so ist dieses nichts anderes als eine Erregung bestimmter Neurone in einer ganz charakteristischen Art und Weise, die im Zusammenspiel die Aktivierung weiterer Neurone bewirkt, welche nun in Verbindung mit dem Hormonhaushalt stehen.

Neben der hormonellen Aktivierung durch den Hypothalamus und die entsprechende Auslösung einer Testosteronausschüttung, wird vor allem die Durchblutung des Genitals beeinflusst. Dies geschieht dann über die Aktivierung bestimmter parasympathischer Nervenzellen, die zur Gefäßwand der Arterien im Corpus cavernosum (Schwellkörper) des Penis führen, wo eine Vasodilatation hervorgerufen wird, was zu einer stärkeren Durchblutung und einer Volumenexpansion führt.

Die hormonelle Aktivierung beruht auf einem Gehirnbereich – dem Hypothalamus – der über Aktivierung der Hypophyse die Ausschüttung von Hormonen bewirkt, die dann letztlich über den Blutkreislauf zum Hoden gelangen um dort die Testosteron-Produktion in bestimmten Zelltypen anzuregen. Besonders beachtlich ist es, dass offenbar der Hypothalamus synaptischen Zustrom aus Gehirnbereichen erhält, die mit dem Sehen wie auch mit dem Geruch verbunden sind. Weit mehr noch: Der Hypothalamus liegt sogar in unmittelbarer Nähe des Bulbus olfactorius, welcher dasjenige Gehirnareal darstellt, in dem die Endigungen der Riechsinneszellen zusammenlaufen!

Die von Psychologen schon vor einer Weile vermutete Verbindung von Geruch und sexueller Anziehung, lässt sich also offenbar auch in der anatomischen Struktur des Gehirnes wiederfinden.

4. Fazit

Die menschliche Erregung, wie sie wohl jeder männliche Leser kennen sollte, ist also ein Produkt komplexer, und zahlreicher sogar noch unverstandener physiologischer Prozesse, deren Grundrisse nur mithilfe von Atomphysik, Biochemie, Neuroanatomie sowie Physiologie verstanden werden können. Von der Entstehung des optischen Bildes, über die Weiterleitung desselben bis ins Gehirn, und die dortige Verarbeitung, der Abgleich des Bildes mit Erinnerungen (auf diesen Vorgang wurde noch gar nicht eingegangen), und die daraus resultierende Reaktionsbildung, erscheinen prinzipiell als kausale Kette, an deren Unvollständigkeit noch zu arbeiten sein wird. Bis dahin sollten wir jedoch die Erkenntnis verinnerlichen, dass die Erektion in ihrem simplen Erscheinungswesen, ebenso wie der restliche Körper des Menschen, ein Wunder der Natur ist.

¹Dass Licht Energie enthält können wir auch daran erkennen, dass gerade die UV-Strahlung, welche gerade im Sonnenlicht enthalten ist, aufgrund der enthaltenen Energie dazu in der Lage ist die DNA von Hautzellen in der Art und Weise zu beschädigen, dass es zu Hautkrebs kommen kann.

Die biologischen Mechanismen der sexuellen Selektion

Neben der ungerichteten und zufällig stattfindenden Rekombination und Mutation, die in den meisten Fällen negative Folgen für das Folgeindividuum hat, gibt es auch gerichtete Selektionsformen, wie die natürliche Selektion.

Natürliche Selektion: Unter natürlicher Selektion versteht man generell dass die Träger bestimmter Genotypen einen größeren Fortpflanzungserfolg haben als andere. Die natürliche Selektion ist daher gerichtet, da sie nicht zufällig wirkt, sondern ganz gezielt darauf hin wirkt, dass die insgesamt besser angepassten Individuen, durch die höhere Gesamtfitness an den Selektionsdruck, höhere Fortpflanzungserfolge und damit die Möglichkeit haben, ihre Gene und somit ihre Merkmale zahlreicher zu an die nächste Generation weiterzugeben (da ja 50% der eigenen Gene in den Nachkommen enthalten sind).

Ursprünge der Theorie der sexuellen Selektion: Die Theorie der sexuellen Selektion geht auf Charles Darwin zurück und sollte ein Lösungsansatz für das Problem darstellen, dass in vielen Fällen die sekundären Geschlechtsmerkmale von Männchen sich von denen der Weibchen unterschieden (Sexualdimorphismus).

Er konnte sich mithilfe der natürlichen Selektion nicht erklären, wie dies zustande gekommen sein konnte. Denn im Grunde ging man davon aus, dass sich Merkmale nur dann durchsetzen wenn sie dem Trägerindividuum eine bessere Anpassung an die Umwelt ermöglichen als andere Merkmale. Und wenn man davon ausgeht, dass Merkmale deshalb entstehen weil sie ihrem Träger einen Überlebens- und Fortpflanzungsvorteil verschaffen, stellt sich die Frage weshalb nicht Männchen und Weibchen dieselben Merkmale aufweisen. Bei vielen Merkmale (sogenannte sekundäre Geschlechtsmerkmale, also Geschlechtsorgane, die nicht direkt an der Fortpflanzung beteiligt sind; z.B. weibliche Brust oder Gesichtsbehaarung beim Menschen) war es nämlich so, dass sie keine bessere Angepasstheit an die Umwelt mit sich brachten, in manchen Fällen (z.B. dem auffällig roten Bauch von Stichlingsmännchen, der ihn

gegenüber Fressfeinden sehr auffällig macht) ist es sogar so dass die sekundären Geschlechtsmerkmale ein Handicap für ihren Träger darstellen, ihm also sogar einen Nachteil bringen.

Er entwickelte daher zur Lösung des Problems die Theorie der sexuellen Selektion (ein wichtiger Sonderfall der natürlichen Selektion). Ein Teil dieser Theorie war, dass zwischen den Individuen einer Population Konkurrenz innerhalb einer Population (intraspezifische Konkurrenz) um den Zugang zu Individuen des jeweils anderen Geschlechtes existiert. Es besteht also ein Kampf von Individuen desselben Geschlechts um eine begrenzte Zahl Geschlechtspartner. Und dabei würden bestimmte Merkmale einen Vorteil bringen. So kann beispielsweise ein kampfkräftiges Gorilla-Männchen das Weibchen gegenüber Rivalen besser beschützen und somit mehr Nachkommen zeugen als ein weniger kampfkräftiges. Darüber hinaus vermutete Darwin, dass in der Folge der weiblichen Partnerwahl nur diejenigen Männchen einen Vorteil in der Konkurrenz um Weibchen hätten, die „ästhetischer“ sind. Belegen konnte er diese Theorien allerdings nicht nachhaltig.

Diese Ansätze Darwins, mit denen er versuchte diejenigen Erscheinungen zu erklären, die er sich mit der herkömmlichen natürlichen Selektion nicht erklären konnte, wurden von anderen Biologen aufgegriffen und weiterentwickelt.

Indikator- und „Sexy Son“-Hypothese: Ein weiterer Erklärungsansatz basierte auf der Annahme, dass diese sekundären Geschlechtsmerkmale, die keine Verbesserung der Angepasstheit an Umweltfaktoren mit sich brachten, als Indikator für gute Erbanlagen fungierten. Das heißt: Pfauen mit besonders prächtigem Gefieder zeugen besonders kräftige und gesunde Nachkommen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit der Nachkommen ist also höher und die Fortpflanzung effektiver. Dies wurde später von der englischen Biologin Marion Petrie bestätigt. Ihren Forschungen zufolge haben Pfauen-Weibchen, die sich mit besonders prächtigen Männchen paaren in der Tat mehr überlebende Nachkommen als solche, die mit weniger ansehnlichen Männchen Nachkommen zeugten.

Außerdem entwickelte sich eine zweite mögliche Hypothese, die aus diesen Überlegungen gefolgert wurde, und als „Sexy-Son“-Hypothese bezeichnet wird. Danach bevorzugen Vogelweibchen stets jene Männchen, die ein prächtigeres aber zugleich auch unpraktischeres Gefieder haben weil diese Merkmale an die Nachkommen vererbt werden, und diesen wiederum höhere Fortpflanzungschancen gewähren. Nach dieser Theorie würden Vogelweibchen polygyne Männchen (also Männchen, die sich mit mehreren Weibchen paaren) mit prächtigem Gefieder selbst dann bevorzugen wenn diese sich an der Aufzucht der Jungen nicht beteiligen (Beispiel hierfür sind die Starweibchen, deren Paarungsverhalten mit diesem Ansatz erklärt werden kann). Sie ziehen diese selbst solchen Partnern vor, die monogam leben und mit denen sie mehr Nachwuchs zeugen könnten. Der Vorteil besteht eben darin, dass die Nachkommen mit dem prächtigen Gefieder selbst einen höheren Fortpflanzungserfolg haben werden. Mithilfe dieses Mechanismus konnte das Gefieder der Vögel immer größer und prächtiger werden.

Spermienkonkurrenz: Neben dem Selektionsdruck durch sexuelle Selektion auf die sekundären, also nicht direkt an der Fortpflanzung beteiligten, Geschlechtsmerkmale, gibt es auch Mechanismen der sexuellen Selektion, die sich auf die Ausprägung der eigentlichen, primären, Geschlechtsmerkmale auswirken. Die sogenannte Spermienkonkurrenz basiert darauf, dass häufig eine große Anzahl von männlichen Keimzellen eines oder mehrerer Männchen um die Befruchtung einer einzigen weiblichen Eizelle konkurriert. Auf diese Spermienkonkurrenz ist auch die Tatsache zurückzuführen, dass Schimpansen, also Primaten mit einem promisken Paarungssystem (also „Paarungssysteme, bei denen sich beide Geschlechter mit mehreren Partnern des anderen Geschlechts paaren“ – Biologie Heute entdecken, S.401) mehr Spermien produzieren als solche Arten, bei denen nicht die Keimzellen unterschiedlicher Männchen um die Befruchtung der Eizelle konkurrieren (wie z.B. bei Gorillas, die ein polygynes Paarungssystem bevorzugen). Da unter den Schimpansen Männchen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben eine weibliche Eizelle zu befruchten, wenn sie mehr Spermien produzieren, entsteht ein Selektionsdruck auf die Evolution größerer Hoden.

Die Evolution der Sexualität: Da die sexuelle Fortpflanzung einerseits zur Folge hat, dass zwei Individuen nur einen Nachkommen zeugen können, während beispielsweise sich asexuell fortpflanzende Einzeller 100% ihres Erbmaterials an die Tochterindividuen weitergeben. Und da andererseits auch der Nutzen für das einzelne Individuum bei sexueller Fortpflanzung viel geringer ist, da es ja nur die Hälfte seines Erbmaterials an seine Kinder weitergibt, stellt sich die Frage, wie es sein konnte, dass die sexuelle Fortpflanzung sich trotz dieser eigentlich gravierenden Nachteile, man spricht von den doppelten Kosten der Sexualität, im Verlauf der Evolution durchsetzen konnte. Lebewesen, die sich asexuell fortpflanzen nämlich, haben weitaus höhere Vermehrungsraten und müssten daher doch eigentlich die überlegene Form der Vermehrung besitzen. Dies ist aber nicht nur nicht der Fall, sondern bekanntlich sind die Lebewesen, die sich sexuell vermehren sogar weit in der Überzahl gegenüber denen, die ihre Nachkommen asexuell, also ungeschlechtlich zeugen.

Erklärungsansätze bezogen sich lange Zeit darauf, dass die sexuelle Fortpflanzung den Vorteil der genetischen Variabilität durch die zygotische Neukombination der Eltern-DNA mit sich bringe, was Voraussetzung dafür sei, dass sich die Arten besser an veränderte Umweltbedingungen anpassen können und somit Selektionsvorteile in der Anpassung an die sich ständig verändernden Umweltbedingungen hätten.

Da jedoch tatsächlich Lebewesen mit asexuellen Fortpflanzungsmechanismen häufiger in Gebieten zu finden sind, in denen sich die Umweltfaktoren häufig verändern als solche, die sich sexuell vermehren, und dass in Gebieten mit relativ konstanten Umweltbedingungen häufig Arten vorherrschen, die sich sexuell fortpflanzen, kamen wieder Zweifel an dieser an sich schlüssigen Hypothese auf.

Die heute gängige Vermutung ist daher dass die sexuelle Fortpflanzung in einem sogenannten „koevolutionären Wettrüsten mit Parasiten“ entstanden sei. Das bedeutet, dass der Vorteil der sexuellen Fortpflanzung darin liegt, dass die Arten, die sich derartig vermehren, auch bessere Anpassungen an Viren oder bakterielle Krankheitserreger aufweisen. Die sexuelle Fortpflanzung stellt also offenbar die beste Möglichkeit dar, sich an die ständigen Veränderungen der Antigene von Krankheitserregern, die durch Mutationen entstehen, anzupassen. Aufgrund der sehr zahlreichen Mutationen von Krankheitserregern ist dies ein großer Selektionsvorteil gegenüber sich asexuell fortpflanzenden Lebewesen.

Feminismus? Fetischismus? Faschismus!

Ich muss gleich zu Beginn anmerken, dass ich über den Titel dieses Artikels für den ich mich zu wählen schließlich dann doch durchringen konnte, im Vorfeld eine ganze Weile lang nachgrübeln musste.

Denn prinzipiell lege ich großen Wert darauf, gerade bei streitbaren Themen, die üblicherweise häufig auch mit entsprechend umstrittenen Debatten mit hohem Polarisierungspotential vergesellschaftet sind, zumindest so weit zu objektivieren, als dass eine solide Basis für weiterführende Gedankenstränge gewährleistet ist.

Feminismus. Fetischismus. Faschismus.

Drei Begriffe, deren kausaler Zusammenhang sich auf den ersten Blick zunächst einmal nicht unmittelbar ergibt. Die Ursache dafür ist auch schnell gefunden: Denn zwar ist uns jeder einzelne dieser Termini im Zusammenhang mit den jeweiligen öffentlichen Debatten für sich alleine genommen natürlich ein Begriff. Allerdings finden die Auseinandersetzungen mit den Aspekten aus dem Kreise dieser Themenfelder kaum bis gar nicht in Verbindung miteinander statt, sodass es Ihnen im ersten Augenblick nicht als besonders wahrscheinlich erscheinen könnte, dass sich hinter diesem Beitrag etwas anderes versteckt, als der bloße Versuch Ihnen mit einer geschmacklosen Provokation, Ihre kostbare Zeit zu rauben.

Ich gehe davon aus, dass vermutlich insbesondere bei denjenigen Lesern unter Ihnen, die sich als aktive Anhänger sozialistischer Jugendbewegungen verstehen, speziell mit Hinblick auf die Begrifflichkeiten des „Feminismus“ sowie des „Faschismus“, gerade der letztere mit einiger Wahrscheinlichkeit – so Sie denn zu eben dieser Lesergruppe zählen – zu Ihrem Alltagsvokabular gehört.

Geprägt wurde der Begriff des Faschismus in der Moderne durch den italienischen Diktator Benito Mussolini, der dieses Amt mit der Maßgabe antrat, Italien zu „alter“ Größe, ähnlich wie es zuvor das römische Imperium gewesen war, zurück zu führen. In diesem Zusammenhang erlangte das Fascis, ein mit einem Beil bestücktes Rutenbündel, welches im Römischen Reich bereits als Amtssymbol der höchsten Machthaber gedient hatte, als Namensgeber der sogenannten „Faschisten“ – so bezeichneten sich die radikal-autoritär ausgerichteten Anhänger Mussolinis – seine neuerliche Berühmtheit. Später übernahm auch Adolf Hitler, der mit seiner nationalsozialistischen Partei im Gefolge die politische Macht in Deutschland übernommen hatte, diese Bezeichnung, welche bis in die heutige Gegenwart – stellenweise auch durchaus inflationär – Verwendung als politischer Kampfbegriff findet.

Ein – meiner Auffassung nach – nicht minder interessanter Begriff ist der des „Fetischismus„. Auch dieser wird ja beinahe inflationär gebraucht. Und häufig ist denjenigen, die ihn benutzen seine Definition gar nicht bewusst. Gemeint ist damit in der Regel der sexuelle Fetischismus. Kurz gesagt versteht die Medizin darunter eine „Abweichung“ vom – als physiologisch betrachteten – Sexualverhalten insofern, als dass anstelle einer Person ein unbelebter Gegenstand zum Objekt des sexuellen Interesses bzw. Stimulus der sexuellen Erregung bzw. Befriedigung wird. Insbesondere die sexuelle Neigung, auf die ich im Weiteren zu sprechen kommen werde, müsste gemäß der engeren Definition eigentlich als „Paraphilie“ bezeichnet werden, da dabei nicht etwa ein unbelebtes Objekt im Fokus des libidinösen Interesses steht, sondern vielmehr die Ausübung sexueller Praktiken, die von dem, was als empirische Norm angenommen wird, deutlich abweichen.

Nun steht noch die Definition des „Feminismus“ aus. Um sich dieser vielleicht nun etwas anzunähern, würde ich an dieser Stelle gerne mit einem Beispiel beginnen, auf das ich kürzlich aufmerksam geworden bin.

Konkret handelt es sich dabei um einen Blog auf der Blogging-Plattform „Tumblr“. Und zwar stammt dieser Blog von einer Dame, die von einer Neigung berichtet, die vielerorts – diese Bezeichnung ist streng genommen, wie ich bereits dargelegt hatte, nicht zutreffend – auch als „interracial fetish“ bezeichnet. Von ihr stammt auch dieser Beitrag in einem Forum, durch den ich im Übrigen auch auf ihren Blog aufmerksam wurde.

Wie man unschwer erkennen kann, bezeichnet sie sich als Feministin. Man kann darüber hinaus die Information gewinnen, dass sie in Spanien lebt und damit – um es an dieser Stelle mal in die politische Dimension umzumünzen – im Grunde – was die ganz grobe politische Lage angeht – angeht, im selben Boot (EU) sitzt wie wir auch.

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Um nun aber zu den überaus interessanten Inhalten ihres Blogs zurück zu kommen. Außergewöhnlich an ihr ist nämlich, dass sie ihre „Vorliebe“ nicht einfach nur als bloße Gegebenheit hinnimmt. Sie geht tatsächlich einen Schritt weiter, indem sie ein rationales – fast ideologisch anmutendes – Gedankenkonzept dazu entwirft, mit dem sie aus der bloßen Perversion eine politoide Ideologie macht. Passend dazu tragen die Artikel, die sie publiziert auch den entsprechenden Titel: „White extinction“, also die „Ausrottung der weißen Rasse“.

With the rise of feminism, women are increasingly embracing the black superiority. As the majority of African migrants are males (around 70%), and they are arriving to Europe in growing numbers, soon there will be an important sexual imbalance in the continent (in Sweden there are 123 boys for every 100 girls among 16 and 17-year-olds). And this means more sexual competition.

Im Grunde wird hier eines besonders deutlich. Nämlich der Zusammenhang zwischen der feministischen Überzeugung und Denkmustern, die man mit Eugenik assoziieren muss. Eugenik – um das klarzustellen – ist ins Deutsche mit dem Begriff der „Erbgesundheitslehre“ zu übersetzen. Im weiteren Sinne beschreibt man mit diesem Begriff Gesundheitspolitische Eingriffe, durch die es insbesondere der als „genetisch überlegen“ betrachteten Rasse ermöglicht werden soll sich stärker fortzupflanzen um die „Schwachen“ Populationen über die Generationen hinweg zu verdrängen.

Weiterhin schreibt sie:

According to ‘The Selfish Gene’ by Richard Dawkins, genes are the basis of heredity in sexual reproduction, and those that provide surviving or reproductive advantages will tend to be inherited by an increasing number of individuals. A male who has sex with a fertile woman every day could potentially have 270 children in a nine month period while a woman can only have one. Therefore, a woman will always be attracted to a “bull” because, at an instinctive level, she knows those superior genetic traits will be passed onto her sons who will carry half of her DNA and spread her genetic legacy.

Und ich muss auch an diesem Punkt zugeben, dass sie damit prinzipiell nicht ganz Unrecht hat. In der Tat könnte man – ausgehend von der Annahme, dass Afrikanische Männer genetisch den Europäern überlegen sind – auch erwarten, dass sie bei der Partnerwahl von allen „Weibchen“ gleichermaßen bevorzugt werden. Und sollten tatsächlich alle Frauen durch schwarze Männer schwanger werden, dann bliebe den Europäischen Männern ja nichts anderes übrig als entweder homosexuell zu werden oder sich auf Partnerinnen einzulassen, die bereits ein fremdes „Mischlingskind“ haben, für das sie dann vermutlich auch mit zu sorgen hätten.

Der Grund dafür, weshalb ihre Rechnung allerdings nicht aufgeht, findet sich in der folgenden Grundannahme, auf der ihr ganzes Konzept von der Idee einer überlegenen afrikanischen „Rasse“ aufgebaut ist.

I used to find these facts disturbing. But a lustful epiphany happened when I discovered interracial sex. As a woman, I was amazed by the muscular physique, the dominant character, the generous length and stamina of our dark invaders. Dominance and submission, civilization and savagery, blackness and whiteness, mixed in a primitive encounter based in racial hierarchy and sexual inequality. Finally, I was forced to admit the black male’s sexual superiority: racism is very hard to keep up for a sexually demanding woman.

Sie geht nämlich einfach davon aus, dass mit der afrikanischen Abstammung auch automatisch ein dominanterer Charakter, muskulöserer Körperbau und höhere – sexuelle – Leistungsfähigkeit, verglichen mit Europäern einhergeht.

Was versteckt sich also dahinter für eine Intention? Was könnte sie dazu veranlassen nicht einfach nur eine sexuelle Neigung auszuleben, sondern sogar eine ganze Ideologie auf (pseudo-) wissenschaftlichen Grundlagen zu konstruieren?

Und vor allem: ist das ein Einzelfall oder gibt / gab es des öfteren Fälle, in denen Feminismus und Eugenik zusammen eine gefährliche Kombination darstellten?

Die Antworten auf diese Fragen kommen – im nächsten Artikel.

Erziehungsbiologie der Neuzeit – Erziehung vor dem Hintergrund der Biologie

1. Einführung in den modernen Waisenbegriff

2. Biologische Grundlagen – Menschliche „Brutpflege“
3. Verhaltensphysiologie und Verhaltensbiologische Theorie 4. Schlusswort

Einführung in den modernen Waisenbegriff

Ähnlich wie mein dionyscher Kollege Prof. Dr. Richard von Rüdenberg, der in seiner Masterarbeit „Erziehung im Kontext zum antiken Dionysos“ (aus dem Jahre 1997) das antike Bild der Erziehung von Kindern mit der gegenwärtigen Handhabe verglich, will auch ich mich mit den Hintergründen der Eltern-Kind-Beziehung auseinandersetzen. Diese Arbeit von Rüdenbergs war es auch erst, die mich inspirierte dieses Gebiet, das bislang in erster Linie im wissenschaftlichen Zentrum soziologischer und psychologischer (und damit tendenziell geisteswissenschaftlichen) Fakultäten stand, nun auch physiologisch bzw. biologisch anzugehen. Grundlage für meine Erläuterungen werden Forschungen sein, die ich entweder selbst betreut oder aus mir wohl vertrauten wissenschaftlich zuverlässigen Studien entnommen habe. Diese werden sich nicht etwa auf einzelne Teilbereiche beschränken, sondern das Verhältnis zwischen Kind und Eltern, welches ja normalerweise mit der Erziehung gleichzusetzen ist, unter verschiedenartigen Gesichtspunkten erörtern. Von zentraler Bedeutung sind diese Erkenntnisse insbesondere im Bezug auf die Arbeit von Kinderhilfswerken wie dem Firmamento.

Gerade die psychologische bzw. psychiatrische Betreuung der Kinder, die teilweise oder komplett ohne Eltern aufgewachsen sind, ist nur dann wirklich möglich wenn man versteht, welche Bedeutung eine intakte Eltern-Kind-Beziehung eigentlich einnimmt. Therapien können nämlich nur dann entwickelt werden, wenn man weiß, welche Defizite man überhaupt durch diese Therapien aufzufüllen versucht. Und um das herauszufinden, ist es Voraussetzung zu verstehen, was diese Beziehung überhaupt so unentbehrlich für eine normale Entwicklung macht.

Um das Verständnis des verwendeten Begriffes des „Waisen“ oder auch „Waisenkindes“ zu schaffen, erläutere ich jedoch zunächst was wir darunter im Folgenden alles verstehen. Grob gesagt gibt es Vollwaisen, die ohne jeglichen Kontakt zu beiden Elternteilen aufgewachsen sind und Halbwaisen, die lediglich Kontakt zu einem Elternteil hatten. Diese Kategorisierung betrifft also die Frage der Quantität, nämlich ob ein Elternteil oder eben beide keinen Kontakt zum Kind hatten. Eine Einstufung nach der Qualität ist aber ebenfalls möglich. Hierbei stellt sich die zentrale Frage „warum“ die Kinder ohne Eltern aufgewachsen sind. Sprich: Sind es Kriegswaisen, also Kinder, deren Eltern bzw. Elternteil, im Rahmen militärischer Interventionen umgekommen sind?

 

Sind es soziale Waisen, deren Eltern eigentlich noch am Leben, allerdings als Folge sozialer Probleme nicht dazu in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen? In jedem Fall ist zu klären, unter welchen Umständen die Trennung der Kinder von ihren Eltern stattgefunden hat, um gegebenenfalls weitere traumatische Folgeerkrankungen, welche eklatant wichtig für die biologische Betrachtung sein können, erklären zu können. In der allgemeinen Betrachtung, wie ich sie pflegen werde, ist darauf zu

achten, dass unter „Waisen“ generell Kinder zu

verstehen sind, die kurz nach ihrer Geburt von einem beziehungsweise beiden Elternteilen getrennt wurden. Auf die spezifischen Qualitäten der Waisen werde ich nicht mehr eingehen, da dies für meine Betrachtungen irrelevant ist.

Der Vollständigkeit halber erachte ich es allerdings als notwendig diese Differenzierung zwischen den verschiedenen Kategorien der Ausprägung der Verwaisung, aufgeführt zu haben, da es im Hinblick auf die häufig verallgemeinernde wissenschaftliche Betrachtung, passieren kann dass man hinter all den biologischen Fakten vergisst, dass es sich um vielfältige menschliche Individuen handelt, deren persönliches Schicksal und Charakter weitaus zu komplex wäre, als dass man es wissenschaftlich erfassen und in strikte biologische Schemata einordnen könnte. Ich will zudem dazu raten, sehr vorsichtig damit zu sein, die Erkenntnisse, die gegebenenfalls aus unseren Forschungen zu ziehen sind, verallgemeinernd auf Menschen anzuwenden, die einen Großteil ihrer Jugend ohne elterliche Fürsorge verbracht haben. Alle Untersuchungen, die wir durchführten und derer ich mich bediene, bezogen sich auf Kinder, die nicht die Wahl hatten, ob sie von ihren Eltern erzogen werden wollen oder nicht. Dieser Faktor ist ein entscheidender um zu verstehen, dass die von mir vorgebrachten Ergebnisse nicht auf Kinder anwendbar sind, die gemeinhin als Straßenkinder verstanden werden – also solche Kinder und Jugendliche, die von Zuhause weggelaufen sind um sich der elterlichen Fürsorge zu entziehen.

Biologische Grundlagen – Menschliche „Brutpflege“

Doch wollen wir biologisch im Kleinen anfangen bevor wir versuchen einige der vielen komplexen Mechanismen unseres Verhaltens zu verstehen. Grundlage für die Entstehung von Eltern-Kind- Bindungen ist zunächst ja erst einmal die Tatsache, dass der Mensch und dem Menschen nah verwandte Lebewesen, sich um ihren Nachwuchs sorgen. Anders als beispielsweise Fliegen, die ihre Eier ablegen und dann „das Weite suchen“ können, sind die Eltern von Menschen und Hominiden genötigt ihre Nachkommen zu umsorgen, da diese andernfalls nicht überleben könnten. Diese Variante der Brutpflege ist aber naturgemäß auch mit einem äußerst hohen Energieaufwand der Eltern verbunden, der einzig und allein dazu dient, die Überlebenschancen des Nachwuchses und damit der eigenen Gene, zu erhöhen. Bei solchen Arten, die bereits als Jungtiere sich selbst überlassen sind, sind entsprechend auch die Raten der Sterblichkeit der Jungtiere weitaus höher. Dies wird jedoch eben durch die Tatsache ausgeglichen, dass solche Arten weitaus zahlreichere

Nachkommen haben. Es lässt sich also generell festhalten: Je stärker die Brutpflege einer Art ausgeprägt ist, desto weniger Nachkommen werden von ihr in der Regel gezeugt. Aber auch in diesem Punkt lassen sich innerhalb einer Art Unterschiede feststellen. In jeder Population zeugen jene Lebewesen mehr Nachkommen denen genügend Ressourcen wie z.B. Nahrung zur Verfügung stehen, welche erforderlich sind um die Nachkommen ernähren zu können.

Wir finden hier also eine generelle und natürliche Wirtschaftlichkeit vor. Die Bilanz lautet zusammengefasst: Arten, die sich um ihre Nachkommen sorgen und intensive Brutpflege betreiben, gleichen den dadurch entstandenen Nachteil durch verbrauchten Energieaufwand dadurch aus, dass sie damit gewährleisten, dass die Überlebenschancen der Träger ihrer Gene durch die Fürsorge erhöht werden. Man nennt solche Lebewesen, die also tendenziell wenige Nachkommen zeugen, dafür aber sehr hohe Energie aufwenden um für diese Nachkommen zu sorgen, K-Strategen. Lebewesen, die auf hohe Nachkommenzahlen setzen und auf Brutpflege weitestgehend oder ganz verzichten, bezeichnet man als r-Strategen.

Setzen wir diese Erkenntnisse nun in Beziehung zum Menschen. Bei diesem handelt es sich ganz eindeutig um einen typischen K-Strategen mit überaus intensiver Brutpflege.

Diese Brutpflege beinhaltet unter anderem die Erziehung. Betrachten wir die Untersuchungen, die wir an verschiedensten K-Strategen gemacht haben, so gelangen wir stets zu einem Ergebnis. Egal ob man Primaten, Löwen, Bären, Biber oder Elefanten untersuchte, wurde deutlich, dass die Fürsorge der Eltern zu ihren eigenen Nachkommen immer stärker ausgeprägt war als zu Jungtieren anderer Herkunft.

Man führte das auf die Verwandtschaft zurück, und damit darauf, dass das Interesse der Elterntiere die Träger der Teile ihres eigenen Erbgutes zu erhalten

weitaus größer war als das Interesse daran „fremden“ Jungtieren zu helfen. Gewiss finden sich auch Beispiele, die man als kooperative Aufzucht bezeichnet, bei denen Löwinnen unter bestimmten Bedingungen auch Junge fremder Weibchen säugten. Dennoch bestehen keine ernsthaften Zweifel daran, dass die Fürsorge für eigene Kinder in aller Regel auch bei diesen Löwenarten weitaus stärker ausgeprägt ist, als diejenige, die den fremden Jungen gilt. Das würde bedeuten, dass im Konfliktfall stets die eigenen Jungen den Vorzug erhalten würden. Solche Entwicklungen wie die der kooperativen Aufzucht sind vermutlich speziellen Bedingungen geschuldet wie beispielsweise die Tatsache, dass einige Individuen überflüssige Nahrung mit Angehörigen ihrer Art teilen, die selbst möglicherweise keine Möglichkeit haben an Nahrung zu gelangen um die Gesamtfitness der eigenen Art aufrecht zu erhalten. Hier findet erstaunlicherweise eine scheinbar höchst rationale Abwägung statt. Hat ein Löwenweibchen genug Nahrung um ausreichend Milch für ihre Jungtiere zu produzieren, und zugleich trifft es auf ein weiteres fremdes Jungtier, welches möglicherweise hungert, so ist das Weibchen bereit auch das fremde Jungtier zu säugen. Denn obwohl es genetisch nur weit entfernt dem Weibchen gleicht, ist das Jungtier allerdings doch noch näher mit dem Weibchen verwandt als beispielsweise Individuen anderer Arten. Und insofern ist es überaus klug im Sinne des Artenerhalts altruistisch zu handeln und das fremde Jungtier zu säugen.

Ähnliche Strukturen finden wir beim Menschen vor. Insbesondere in den Reihen besser Betuchter finden wir häufig die Bereitschaft zur kooperativen Aufzucht, was sich in Form von Adoptionen oder der Gründung von Kinderhilfswerken zeigt. Dies sind biologisch betrachtet Maßnahmen zur Arterhaltung.

Logischerweise stellt sich nun die Frage, weshalb unter all diesen Umständen dann eigentlich nicht Mutter und Vater in gleichem Maße an der Aufzucht der Jungen beteiligt sind. Denn wenn das Interesse an der Erhaltung der eigenen Gene der treibende Motor der elterlichen Fürsorge ist, dann müssten Väter und Mütter sich ja gleichermaßen um ihre Nachkommen sorgen, da bekanntermaßen ja mütterliche und väterliche Erbinformationen zu gleichen Teilen in dem Genom der Nachkommen enthalten sind. Das ist aber gerade im Hinblick auf den Menschen, wie wir wissen, überhaupt nicht der Fall. Es ist in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften sowie in der Psychologie eine angenommene Tatsache, dass die mütterliche Fürsorge für Nachkommen weitaus größer ist als die väterliche. Aber woran liegt das nun?

Die Erklärung liegt in der Art und Weise der menschlichen Befruchtung. Dabei handelt es sich nämlich um eine sogenannte innere Befruchtung. Das bedeutet, dass die Befruchtung innerhalb des Körpers eines der beiden Elternteile stattfindet. Beim Menschen geschieht die Befruchtung der Eizelle innerhalb des weiblichen Körpers. Gebärt eine Mutter also ein Kind, so kann sie sich 100%ig sicher sein, dass das Kind ihre Erbinformationen trägt. Es bildet sich also eine sehr enge Bindung aus, was auch die Ursache für die enorme Bedeutung der Mutter-Kind-Beziehung ist. Die Vater-Kind- Beziehung ist in der Regel weitaus weniger stark ausgeprägt. Und das liegt daran, dass der Vater sich eben nicht sicher sein kann, dass das Kind seines Partners nicht vielleicht das Ergebnis der Paarung des Weibchens mit einem anderen Männchen ist. Diese Vaterschaftsunsicherheit, die völlig typisch für die Verhaltensweisen von Arten ist, die sich mithilfe der inneren Befruchtung fortpflanzen, führt dazu dass die Vater-Kind-Beziehung naturgemäß weniger stark ausgeprägt ist, als die Mutter-Kind- Beziehung. Hinweise darauf dass dies auch beim Menschen der Fall ist, geben uns Forschungen, nach denen das Kindchenschemas, also die menschlichen Reaktion auf Säuglinge (man findet Babies süß), bei Männern weitaus schwächer ausgeprägt sind als bei Frauen. Dieses Verhaltensmuster wird als zentraler Auslöser von elterlicher Fürsorge angesehen.

Verhaltensphysiologie

Insbesondere dieser Angeborene Auslösemechanismus, der den Anblick von Säuglingen (und insbesondere solcher, die dem eigenen Aussehen ähneln, also morphologische Ähnlichkeiten mit dem Selbstbild aufweisen) als Schlüsselreiz für die Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, welches ein Wohlgefühl auslöst, darstellt, gibt uns Hinweise darauf, wie wichtig es sein muss, dass Säuglinge von ihren Eltern betreut werden. Und in der Tat, auch verhaltensbiologisch lässt sich diese These experimentell belegen.

 

Harry Harlow, ein US-amerikanischer Psychologe und Verhaltensforscher, trennte ein Jungtier der Art Macaca mulatta von seinen Eltern und zog es in Anwesenheit einer Ersatzmutter, die nichts anderes war als ein Drahtgestell, das in der Form sehr grob einem Affenweibchen glich, auf. Das Junge wurde darauf geprägt, dass es annahm diese künstliche Mutter wäre seine leibliche Mutter. Dieser Versuch wurde an verschiedenen Versuchstieren vollzogen. Bei allen untersuchten Tieren traten in der Folge der Experimente schwere gesundheitliche Probleme und schwerwiegende Verhaltensstörungen auf. Man bezeichnet dies als Hospitalismus. Solche Verhaltensstörungen wurden später auch bei Waisenkindern festgestellt.

Man führte diese psychischen Anomalien auf die fehlende Mutter-Kind- Bindung zurück. Das zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Mutter-Kind- Beziehung ist, und welche Folgen ein Fehlen haben kann. Früher wechselten die Bezugspersonen der Waisen sehr häufig, sodass sie auch nicht die Möglichkeit hatten eine Ersatzbeziehung aufzubauen, die an die Stelle der natürlichen Mutter-Kind-Beziehung treten konnte.

Insbesondere dem Geruch des Säuglings wird bei der Bildung einer solchen Bindung eine zentrale Rolle beigemessen. Entsprechend unserer Untersuchungen reagierten frisch gebackene Mütter auf den spezifischen Geruch ihres eigenen Kindes mit starken Ausschüttungen von Glückshormonen, während auf den Geruch fremder Kinder keine solche Reaktion folgte. Da der Ausschüttung solcher Glückshormone eine zentrale Rolle zur Bildung der Mutter-Kind-Beziehung zugesprochen wird, ist davon auszugehen, dass eine vollwertige Mutter-Kind-Beziehung nur zwischen einer Mutter und ihren biologischen Nachkommen möglich ist. Folge einer zwangsläufig aus der fehlenden Mutter- Kind-Beziehung resultierenden Vernachlässigung adoptierter bzw. genetisch fremder Kinder, sind ähnlich wie beim Hospitalismus psychische Störungen der Kinder im späteren Leben. Dieses Problem ist besonders problematisch bei Säuglingen, deren Mütter bei der Geburt sterben. Abgeschwächt ist es allerdings auch vorzufinden wenn die Verwaisung im Laufe der Kindheitsentwicklung auftritt.

Zwar bewirkt Verwaisung im Kindheitsalter nicht mehr die Entstehung akuter gesundheitlicher Probleme. Allerdings kann insbesondere die sexuelle Prägung in diesem Zeitraum beeinflusst werden. In der Verhaltensbiologie gilt es als erwiesen, dass in der Kindheit zahlreicher Lebewesen auch die sexuelle Prägung stattfindet. Das bedeutet: In der Kindheit lernen Kinder die arttypischen Merkmale künftiger Sexualpartner kennen. In der Theorie bedeutete dies nun jedoch: Fehlt einem weiblichen Säugling mangels einer Vaterfigur während dieser sensiblen Phase, in der es auf künftige Sexualpartner geprägt wird, der Kontakt zu einer männlichen Bezugsperson, so verschiebt sich die sexuelle Prägung auf weibliche Artgenossen. Es entstünde Homosexualität. Dies ist nur eine Möglichkeit, sich entwicklungspsychologische Abweichungen von der Verhaltensnorm zu erklären. Anzunehmen ist trotz allem jedoch, dass ein gestörtes Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern oder das Fehlen von Elternteilen, nach den heute gängigen Theorien Auswirkungen auf die Individualentwicklung haben.

Die tatsächlichen Physiologischen Schlussfolgerungen jedoch können aus dieser Hypothese noch nicht letztendlich gezogen werden. Und so wird es Gegenstand meiner künftigen wissenschaftlichen Bemühungen sein, welche Folgen auf die verhaltensbiologische Entwicklung des Individuums der Einfluss von Geschlechtshormonen der Eltern auf die Kinder hat.

Schlusswort

Mein Versuch menschliches Verhalten zur erklären, und Abweichungen desselben von der Norm biologisch aufzuschlüsseln, führte uns von der Begriffsbeschreibung einiger notwendiger Termini im Hinblick auf dieses Gebiet, über die evolutions- und ökologietheoretischen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte bis hin zu den modernsten Forschungsergebnissen und darüber hinaus auch zu Fragestellungen, deren Beantwortung und Aufschlüsselung eine Aufgabe sind, die die Naturwissenschaften noch zu bewerkstelligen haben werden. Trotz der Tatsache, dass wir in verhaltensphysiologischen Fragen über weite Strecken noch viele Erklärungsprobleme haben, ist es mittlerweile, auch dank neuer mutiger Hypothesen möglich, Therapiekonzepte für Waisenkinder zu erarbeiten. Und zuletzt ist es gerade in Anbetracht dieses Punktes in meinen Augen erwähnenswert, dass Forschung hier mitnichten um ihrer selbst willen sondern ausschließlich im Dienste des lebenswerten menschlichen Daseins stehen.