ThinkTank – Dialog

Eine 29-jährige Mutter (M) zweier Kinder und einer der bedeutendsten Philosophen (P) des 21. Jahrhunderts treffen zufällig in der Fußgängerzone einer belebten Großstadt aufeinander. Sie befinden sich auf der Höhe eines, gerade neu eröffneten Lebensmittelgeschäftes, das damit wirbt, ausschließlich vegane Produkte zu vertreiben. Beide mustern mit ihren Blicken etwas irritiert das Schaufenster, hinter dessen verglaster Fassade ein schnittig-adrett gekleideter Nipster gerade der veführerisch anregend eingerichteten Garnitur den letzten Schliff verleiht. Es lässt sich ein Ausdruck des Ekels erkennen, im Gesicht jener Mutter eines 2 jährigen Sohnes, dessen Vater ein – nicht lange bevor sie von ihm schwanger geworden war in Deutschland angekommener – Syrer ohne jegliche Form einer tauglichen Berufsausbildung ist, den sie anfänglich im Rahmen der, durch öffentliche Gelder geförderten, Flüchtlingshilfe in ihrer Wohnung aufgenommen hatte, in der sie gemeinsam mit ihrer ersten Tochter wohnte, deren Vater ihr Ex-Freund ist – ein arbeitsloser Kiffer, welcher der Verwirklichung, der von ihm ausgetüftelten Zielsetzung, seinen privaten Haushalt durch eine mustergültige Umsetzung einer ebenso beispiellos wie außergewöhnlich ausgefuchsten Koordination seiner monatlichen Ausgaben, nachhaltig zu konsolidieren, beharrlich nachging, indem er es konsequent unterließ sein mühsam erhartztes Kapital, durch jene unzweckmäßigen, ja beinahe schon grotesk anmutenden Risikokapitalanlagen, deren wohl bekanntester Vertreter vermutlich die, im Zuge der Globalisierung, längst zu unberechenbaren und hoch spekulativen Anlageprodukten herangewachsenen Unterhaltszahlungen sein dürften, deren primäres Ziel von der durchweg skurrilen Wahnvorstellung getragen wird, dass es sich dabei um eine realistisch zumutbare Erwartungshaltung handeln würde, wenn der biologischen Vater jedes einzelnen – auf die tatkräftige, elterliche Versorgung in lebensnotwendiger Weise angewiesenen – Kindes, plötzlich der Anforderung gerecht werden müsste, über ein Mindestmaß an Verantwortungsbewusstsein zu verfügen. Die 29-jährige Mutter der beiden Kinder, die in ihrem eigenen Leben – ohne an dieser Stelle natürlich ihren leidenschaftlichen Einsatz unerwähnt zu lassen, mit dem sie als Teenager maßgeblich daran beteiligt war, einer auserwählten Runde von etwa zehn Männern im Alter von 18 bis etwa 50 Jahren, von denen sich die meisten wohl in psychopathologisch höchst bedenklichem Zustand befunden haben dürften, die ganz besonders charmante Ehre zuteil werden zu lassen, den ausgesprochen freudvollen Umstand ihrer Anwesenheit zum Zwecke der vergnüglichen Umsetzung einer heiter-frohsinnigen Gang Bang Party, in Anspruch nehmen zu können – selbst nie irgendwas Nennenswertes auf die Reihe bekommen hat und nun von dem überschaubaren Einkommen lebt, das ihr arabischer Arbeitssklave mit ausbeuterischen Gelegenheitsjobs verdient, eröffnet plötzlich das Gespräch.

M: Warum fallen eigentlich so viele gut gebildete Menschen auf diese Alternativszene herein? Das werde ich nie verstehen.

P: Was meinen Sie mit Alternativ Szene?

M: Ich meine Gesundheitsgurus. Krebs durch Handauflegen heilen.

P: Achso. Naja, ganz so einfach funktioniert es ja auch in der Alternativmedizin nicht. Warte mal ab. Ich befürchte fast, dass sich unser Weltbild in naher Zukunft grundlegend ändern wird.

M: Ich warte auch darauf.

P: Ja, aber es wird in eine Richtung gehen, die dir überhaupt nicht passt. Du vertrittst immer noch deine aufklärerische, rationalistische Ideologie.

M: Zumindest habe ich etwas gegen Dogmen.

P: Du hast doch längst deine eigenen Dogmen. Das was du vertrittst ist der dogmatischste Scheißdreck, den es aktuell überhaupt gibt. Dieser radikal rationalistisch fundierte atheismus ist in seinem Kern dogmatisch.

M: Ich behaupte nur, dass die bisherigen Ideologien und Religionen falsch waren bzw. sind. Einen Alternativvorschlag habe ich nicht wirklich.

P: Du lebst – wenn man es anhand deines philosophischen Weltbildes beurteilen müsste – 200 Jahre in der Vergangenheit. Davon mal abgesehen: In dem Augenblick wo du eine Religion als “falsch” bewertest, wirfst du doch schon mit dem ersten Dogma um dich.

M: Außerdem, dass die Menschheit irgendwann einsehen muss, dass nur eine komplette Zusammenarbeit uns in die Zukunft der Kolonisation des Weltraums bringen wird.

P: Toll. Du switchst also zwischen 200 Jahren in der Vergangenheit und 10,000 Jahre in der Zukunft. Ist die Gegenwart so beängstigend für dich?

M: Wenn man die Religionen betrachtet, erkennt man doch, dass sie aus rein menschlichem Verhalten entstanden sind und in ihrer jetzigen Form einfach nicht zukunftsweisend sind. Ganz davon abgesehen ist die Gegenwart dermaßen langweilig. Das ist das Problem.

P: Überhaupt nicht! Du kriegst nur nix mit in deinem Mikrokosmos. Zukunftsweisend sind natürlich nicht Religionen. Zukunftsweisend ist das, was wir Menschen aus ihnen machen. Der Koran ist nicht umsonst so vieldeutig formuliert. Man kann den Koran nicht leben, wenn man sich darüber nicht zuvor erst einmal Gedanken gemacht hat. Und ganz davon abgesehen ist der Islam sogar ganz ausdrücklich dafür bekannt, dass er so gut wie keine Dogmen kennt.

M: Du argumentierst jetzt wirklich für den zukünftigen Weg des Islam? Ich bin gespannt.

P: Du checkst es nicht. Es geht nie um den Islam. Es geht um die Menschheit.

M: Dann bring mich dazu es zu kapieren. Mach weiter.

P: Laut islamischer Vorstellung ist jeder Mensch erstmal Muslim. Ich erinnere mich an eine Geschichte aus dem Leben des Propheten Mohamed. Daran sieht man es perfekt. Aber ich weiß jetzt nicht, ob ich es alles richtig zusammenkriege.

Ich glaube da ging es um ne Vergewaltigung oder sowas… Irgendwas kriminelles jedenfalls. Und die kamen dann zu Mohammed, der da sowas wie ein Richter war, der die Strafen verhängen und Urteile fällen durfte. Und er verhängte über den Beschuldigten – nachdem er sich ein entsprechendes Urteil über den Sachverhalt hatte bilden können – dann die Todesstrafe. So. Was passierte? Allah meldete sich bei ihm und teilte ihm mit, dass es dafür keine Todesstrafe gibt.

M: Wie praktisch.

P: Ja haha. Nein aber daran merkst du doch, dass selbst der Prophet Mohammed immer noch ein fehlbarer Mensch war.

M: Ja.

P: Die apokalyptischen Szenarien die der Koran skizziert, sind verdammt verstörend. Es gibt überall Andeutungen, in denen man fast prophetische Weissagungen herauslesen kann. Nein, nicht nur fast. Das ist ja genau das. Das ist ja der Inbegriff der prophetischen Andeutung.

M: Damit man sich in seinem religiösen Wahn bestätigt sieht.

P: Vollkommen natürlich… ist ja in jedem buch so (mit ironischem Unterton)

Gut, man findet das schon auch an manchen Stellen in den Ausführungen von Nietzsche. Das stimmt. Zumindest an denjenigen Stellen, die er im Endstadium seiner Neurosyphilis verfasste.

M: Ich denke diese Endzeitgedanken traten immer auf, wenn sich konkrete Wandel der Gesellschaft vollzogen. Veränderungen verstören den Menschen in seiner Gewohnheit.

P: Naja. Es hat einen Anfang gegeben. Da ist es schon durchaus nicht jenseits jeglicher Logik wenn man dann in Erwägung zieht, dass es irgendwann eben auch ein Ende geben wird.

M: Als der Mensch Bewusstheit über die Endgültigkeit des Todes erlangte, bzw. das Gefühl Trauer bei der Mehrheit der damaligen Menschen entstand, musste man sich ja irgendwas ausdenken. Religion ist ein Schutzmechanismus gegenüber der Desintegration von Gefühlen in das menschliche Seelenheil.

P: Nochmal: deine Herangehensweise wird dem Anspruch den die Religion an eine Diskussion haben muss nicht gerecht. Jetzt mal ganz ehrlich: Das ist doch vom Prinzip genau derselbe ignorante Käse, den jeder andere auch quatscht. Einfach weil man aufgeklärt wirken will.

M: Ja, genau.

P: Deswegen flüchtet man sich in diesen Mainstream Materialismus. Das nächste, was dann im selben Atemzug immer kommt, sind solche Aussagen wie „Gefühle sind nur Chemie”. “Gedanken sind nur elektrische Impulse.” “Der Mensch ist eine Maschine” “Wir können alles berechnen.”

M: Das ist ja auch erstmal so.

P: Das Ding ist: Das ist das erkenntnistheoretische Weltbild, das sich ausgehend von den Überlegungen Descartes‘ irgendwann etabliert hat. Rationalismus. Und für uns Europäer klingt das alleine deswegen schon so überzeugend, weil es dieser naturwissenschaftlich fundierte Rationalismus bzw. mit ihm verwandte intellektuelle Strömungen waren, die daran mitwirkten, die katholische Kirche von ihrer allmächtigen Position zu verdrängen, in der sie sowohl politisch als auch gesellschaftlich über die absolute Kontrolle verfügte. Und nur mal ganz nebenbei angemerkt: Gerade vor dem Hintergrund dieses massiven historischen Einflusses, welcher durch das Aufkeimen und letztlich auch die Etablierung einer kritischen, vernunftorientierten Auseinandersetzung mit den Dogmen der katholischen Kirche, im europäischen Raum eine grundlegende gesellschaftliche Wende einleitete, konnte sich der Rationalismus in der westlichen Welt als Wegbereiter einer freiheitlich ausgerichteten Kultur profilieren. Oder anders gesagt: In unserer westlichen Ideologie wurden die Dogmen der katholischen Kirche durch die Dogmen des empirischen Positivismus ersetzt: Alles was nicht wissenschaftlich „erwiesen“ ist, wird als „unwahr“ abgestempelt. Und da man die Existenz Gottes nicht empirisch beweisen kann, wird man von denjenigen, die sich für ganz besonders aufgeklärte Verfechter der Vernunft halten, ausgelacht oder sogar für verrückt erklärt, wenn man öffentlich erwähnt, dass man an Gott glaubt. Man wird also dafür verachtet, dass man eine, von den Prinzipien des Mainstreams, abweichende Denkweise hat. Und genau dieser Konflikt ist meiner Meinung nach eines der Kernprobleme im Verhältnis von Islam und westlicher Kultur. Denn aufgrund der Tatsache, dass sich dieser – in unserer westlichen Weltanschauung als „unfehlbar“ geltende – positivistische Grundsatz, vor allem deswegen durchsetzte, weil mit ihm die Entmachtung der katholischen Kirche in Europa einherging. Einen solchen Umbruch hat es im Islam in dieser Form nie gegeben. Genau das ist auch immer damit gemeint, wenn Europäer dem Islam unterstellen, er würde der westlichen Kultur 300 Jahre hinterherhinken, und damit voraussetzen, dass es zur Entwicklung eines jeden Kulturkreises gehört, dass er genau dieselben Stationen durchläuft wie die europäischen Gesellschaften. Tatsächlich wäre es allerdings weitaus schlüssiger vom exakten Gegenteil (also davon, dass die christlichen Glaubensgrundsätze hinter den Islamischen zurückgeblieben sind) auszugehen. Immerhin ist der Islam ca. 500 Jahre jünger als das Christentum, was man durchaus als Anhaltspunkt für die Überlegung heranziehen könnte, ob der Islam dann nicht möglicherweise auch 500 Jahre moderner ist.

M: Also für mich sind rational denkende Menschen näher an Spiritualität als Religionsanhänger.

P: Okay… das muss man jetzt aber hoffentlich nicht zwangsläufig verstehen was das jetzt wieder bedeuten soll…

M: Nun. Gebet, Gottvertrauen und Geborgenheit, Erkenntnis, Weisheit und Einsicht, Transzendenz-Überzeugung, Mitgefühl, Großzügigkeit und Toleranz, bewusster Umgang mit anderen, sich selbst und der Umwelt (entspricht im weitesten Sinne einem achtsamen Umgang auf horizontaler Ebene), Ehrfurcht und Dankbarkeit. Gleichmut und Meditation.

Das zeichnet Spiritualität aus.

P: Das hat doch alles überhaupt nichts mit Rationalismus zu tun.

M: Bis auf Gebete und Gottvertrauen sind das alles Punkte, die ein friedliches Miteinander ermöglichen würden.

P: Und was ist mit Transzendenz-Überzeugung? Großzügigkeit und Toleranz sind im Rationalismus meiner Meinung nach auch nicht zwangsläufig immer enthalten. Und Meditation schon mal gar nicht. Das ist doch weitestgehend sogar so ziemlich das Gegenteil von dem, was uns unser Rationalismus wirklich gebracht hat.

M: Transzendenz in dem sinne, dass man auch immer das noch nicht Erfasste im Blick behält. Mitgefühl und Toleranz ergeben sich zwingend logisch, wenn man denn alle Menschen zusammen bringen will. Ressourcen – sprich: die Umwelt – zu achten ist ja wohl mehr als rational gegenüber der Ausbeutung des eigenen Lebensraumes.

P: Wir meinen aber doch hoffentlich schon dasselbe, wenn wir von Rationalismus reden?

Rationalismus bedeutet meiner Meinung nach eher so viel, wie die Weltanschauung, deren Anhänger davon überzeugt ist, dass die ganze Welt rein materiell und in der folge auch messbar bzw. in mathematischen Systemen quantifizierbar ist.

M: “Rational” bedeutet ja eigentlich nichts anderes, als vernünftig bzw. logisch zu denken.

P: Haha, ich weiß nicht ob du Dr. Axel Stoll noch kennst.

M: Muss man wissen!

P: Der hat es interessanterweise manchmal recht gut beschrieben, was den Rationalismus im Grunde vielleicht ganz grob umschreibt, wenn er sagte: „Im prinzip brauchen wir nur drei Wissenschaften um alles zu beschreiben: Physik, Mathematik, Philosophie”. Da kommt dieser Kernaspekt nämlich auch wieder vor: Die Grundannahme, man könne mit naturwissenschaftlichen Mitteln “Alles” beschreiben.

M: Meditation ist gesundheitsfördernd und würde so einigen helfen, weniger Medikamente zu schlucken.

P: Ja, und warum setzt sich das nicht durch? Du sprichst genau den richtigen Punkt an mit der Meditation. Aber dann frag dich mal im nächsten Gedankenschritt, warum du als eine esoterische Spinnerin bezeichnet wirst, wenn du sowas in der Öffentlichkeit von dir gibst.

M: Kapitalismus.

P: Quatsch!

M: Ich meine echt super, dass der medizinische Fortschritt uns einiges ermöglicht.

P: Jetzt hör aber mal auf! Die Punk-Zeiten sind vorbei.

M: Ok.

P: Klar, der Kapitalismus ist sicherlich eine Parallelentwicklung zum Rationalismus. Passt ja auch gut zusammen. Sowohl Kapitalismus, als auch Rationalismus quantifizieren gerne alles. Die haben beide gemeinsam, dass sie die Welt mit mathematischen Gleichungen und letzten Endes eben in Form von Zahlen beschreiben. Das alleine ist es aber noch nicht.

Nein, du wirst deswegen für ne Esospinnerin gehalten, weil man das was du da vertrittst nicht in Zahlen empirisch nachweisen kann. Du kannst es nicht messen, du kannst es nicht mit den Mitteln der Naturwissenschaften beweisen. Dann ist es wertlos. Und du bist dann eben eine Esospinnerin. Und genau das ist doch das beste Beispiel dafür, dass gerade der Rationalismus immer dann unbrauchbar ist, wenn mal etwas sich dem Dogma der Messbarkeit entzieht.

M: Naja. Du redest von objektiver Rationalität. Dabei kann man auch in einem geschlossenen Denkmodell rational sein, obwohl es von außen betrachtet möglicherweise bescheuert ist. Nehmen wir mal das Beispiel “Beschneidung”. Für viele Gläubige ist das eine absolut rationale Handlung.

P: Du hast auch immer die selben Themen. Deswegen ist es nervig und sinnlos mit Müttern über sowas zu diskutieren. Man landet immer wieder bei irgendwelchen Kinderthemen.

M: Okay. Dann eben: Prügelstrafe.

P: Prügelstrafe?

M: Komplett rational.

P: Nicht wirklich.

M: Wenn man sich sicher ist dadurch positive Verhaltensänderungen zu erzielen.

P: Nein, stimmt nicht. Kann man ja nicht sein. Weil die Studienlage dagegen spricht. Und zwar deutlich.

M: Richtig. Das ist objektiver Rationalismus.

P: Ja, warum sollte das dann rational sein, wenn die sogenannten “Fakten” doch eindeutig dagegen sprechen, dass es stimmt?

Mal ganz ehrlich: Wenn wir uns jetzt wirklich darauf einlassen würden, “subjektiven” und “objektiven” Rationalismus voneinander zu unterscheiden, und diese beiden Teilgebiete als rationalistisch bzw. von mir aus auch “rational” – wie du es ja nanntest – durchgehen lassen….

M: Ja, solange es in den eigenen Wertekontext passt und durch eigene Lebenserfashrung abgesichert ist.

P: Dann können wir uns die Verwendung des Wortes “rational” im Grunde auch gleich komplett schenken. Weil dann wäre ja alles Handeln immer rationalistisch/rational.

M: Du hast Recht. Es ist wohl einfacher beim objektiven Rationalismus zu bleiben.

P: Das macht überhaupt alles nur dann einen Sinn, wenn man Rationalismus generell einen objektivistischen Ansatz unterstellt. Und wenn wir ehrlich sind: Im Grunde ist unsere Vorstellung von Objektivität doch überhaupt erst aus diesem Gedankenkonzept der naturwissenschaftlichen Messbarkeit hervorgegangen. “Objektiv” ist doch eigentlich auch nur ein anderes Wort für messbar. Überprüfbar. Verifizierbar. Aber genau da sehe ich halt diese erkenntnistheoretische Sackgasse, in der wir uns befinden. Wir hängen immer noch an dem Wunschdenken, dass wir dazu in der Lage wären mit High End Technologien wirklich alles messen zu können. Alles zu quantifizieren. Und immer dann, wenn etwas nicht quantifizierbar ist, dann erklären wir es für unwissenschaftlichen Schwachsinn. Und wenn du mich fragst: ich glaube, dass wir mit diesem Modell in naher Zukunft nicht mehr weiter kommen werden. Und als jemand, der 5 Jahre lang in einer Medizinischen Fakultät studiert hat, kann ich dir genau davon ein Lied singen.

Es ist ein vollkommener Irrsinn!

Vollkommen hirnrissig…

Man wird komplett erschlagen von einer Lawine von empirischen Erhebungen. Und ganz besonders absurd wird es ja dort, wo sich die Forschung plötzlich zum Selbstzweck entwickelt. Es werden in Zukunft immer mehr Medikamente auf den Markt kommen, die ganz unzweifelhaft nachweisbar, effektiv dazu in der Lage sein werden Krankheiten vollständig zu kurieren, die bis dahin als unheilbar oder gar tödlich galten.

Und ich rede da gerade nicht von irgendwelchen one-in-a-billion-Krankheiten sondern von weltweit verbreiteten, bekannten Erkrankungen. Was weiß ich: Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Alzheimer Demenz, alle möglichen Krebserkrankungen, HIV/AIDS, usw.

Aber es wird sich nur noch ein winziger Teil der Menschen diese Medikamente leisten können.

Und in diese Welt hast du zwei Kinder gesetzt. Herzlichen Glückwunsch!

Nein… ich gebe es ja zu: ist natürlich auch Quatsch so zu denken.

Es ist eigentlich vielleicht sogar vielmehr das Gegenteil der Fall.

Ich finde dieses Geschwätz von wegen “Wir müssen uns darum kümmern, dass wir den nächsten Generationen eine perfekte Welt hinterlassen… bla bla bla” vollkommen dämlich.

Nein…

Deine beiden kleinen Hoffnungsschimmerchen mit ihrem ganzen Potenzial, das nur darauf wartet, dass es sich entfalten kann. Das sind diejenigen, das sind die frischen, unverbrauchten Köpfe, die mit der richtigen Unterstützung diejenigen sein werden, die die Welt wirklich verändern.

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