Kunst und Kultur

Nachdem ich bereits die Tragik des Lebens eines Van Goghs thematisiert (→ siehe „Der Freiheitskämpfer“), und damit einen Blick in Richtung Malerei und Kunst gewagt habe, will ich auch einem anderen Künstler die Gelegenheit geben, hier Erwähnung zu finden. Die Rede ist dieses mal von Peter Paul Rubens, der von 1577 bis 1640 lebte, und sich zeitlebens mit seinen ergreifenden Werken ästhetischer Schaffenskraft in der Kunstgeschichte verewigte. Der Barockmaler flämischer Herkunft erlangte nicht zuletzt durch Gemälde Bekanntheit, auf denen er die Sinnlichkeit menschlicher Nacktheit in den Vordergrund rückte. Vor allem der Begriff der “Rubens-Frau”, den Frauenrechtler*Innen zuweilen gerne heranziehen um damit eine weibliche Pommestonne feministisch eloquent zu umschreiben, hat im Zusammenhang mit der BDSM- und Fetisch-Gesellschaft, in der zu leben wir uns so glücklich schätzen können, eine Renaissance erlebt.

Zwar beabsichtige ich mich mit dem Feminist*Innen-Bashing zu diesem Zeitpunkt noch etwas zurück zu halten (diesem sind dann spätere Kapitel gewidmet). Jedoch ist es anlässlich des kulturhistorischen Exkurses in die Epoche des künstlerischen Barock (und um eine Verbindung zu unserer modernen Lebensrealität herzustellen) in meinen Augen angebracht meinen Lesern den Begriff der “Rubensfrau” bildhaft vor Augen zu führen. Aus der Gegenwart herausgegriffen würde man z.B. die von dem feministischen Magazin “Emma” hoch geschätzte Stand-Up Komikerin Cindy aus Marzahn unter einer solchen Rubensfigur verstehen. Nicht zuletzt ihr hat der Berliner Ortsteil Marzahn auch seinen einzigartigen Ruf als deutsche Kulturhochburg zu verdanken.

Nach dieser kleinen Einführung in die Welt der barocken Ästhetik rund um Peter Paul Rubens, will ich den Fokus nun jedoch etwas von der Rubensfrau weg in Richtung eines anderen großen Werks dieses Künstlers schwenken. Und zwar handelt es sich dabei um das eindrucksvolle Gemälde mit dem Titel “Das Massaker der Unschuldigen” (Massacre of the innocent).

Es handelt sich dabei um eine ebenso eindrucksvolle wie auch beängstigende Szene, die die Tötung männlicher Kleinkinder in Betlehem darstellt.

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Bei der längeren Betrachtung eines solchen Gemäldes ist es ausgesprochen nachvollziehbar, wenn einen ein mulmiges Gefühl beschleicht. Unschuldige Säuglinge werden in der Gegenwart ihrer weinenden Mütter getötet. Wenn man seinen Blick von diesem Bild dann schließlich abwendet, schätzt man sich umso glücklicher in einer Zeit zu leben, in der derartige Grausamkeiten längst der Vergangenheit angehören. Die Probleme, die uns heute plagen sind vollkommen andere. Das Essen ist zu teuer, die Mieten sind zu hoch… achja, und diese ganzen Flüchtlinge, die unser Land überfluten.

Bei einigen dieser Flüchtlinge wird der Anblick dieser von Rubens dargestellten Szenerie hingegen allerdings eher Heimatgefühle wecken.

Auf die heutige Zeit angewandt würde das “Massaker der Unschuldigen” wohl weniger auf Betlehem zutreffen als vielmehr auf andere sonnige Städtchen Nordafrikas, in denen „Dschihadisten“ (so nennen die Medien mittlerweile schizophrene Psychopathen im psychotischen/religiösen Wahn) ihre Vorstellungen von Nächstenliebe fröhlich in die Tat umsetzen.

Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht das “Massaker der Unschuldigen” etwas der heutigen Zeit anzupassen, und mit Inhalten zu füllen, die uns ein realitätsnahes Abbild des Massakers zeigen soll, wie es gegenwärtig tatsächlich stattfindet.

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Um nun allerdings nicht zu sehr in die triste Welt der internationalen Machtpolitik bzw. extremistischen Religiosität abzudriften, schlage ich vor, dass Sie, geschätzter Leser – nachdem Sie sich das gezeigte Bild genau angesehen und sich um eine Interpretation vor dem Hintergrund Ihrer geopolitischen Vorbildung bemüht haben – einen Augenblick inne halten um sich dem Geiste, der diesem Meisterwerk innewohnt, vollkommen widmen zu können.